Als Tochter ausgegeben

Trickbetrüger erbeuten fünfstellige Geldsumme – Polizei gibt Tipps zu richtigem Verhalten

14.05.2021 | Stand 14.05.2021, 14:53 Uhr

−Symbolbild: Polizeipräsidium Niederbayern

Ein Rentnerpaar aus Amberg ist am vergangenen Mittwochvormittag einer Betrugsmasche zum Opfer gefallen. Wie man sich in so einem Fall richtig verhält, informiert die Polizei.



Gegen 11 Uhr klingelte das Telefon des Ehepaares am vergangenen Mittwoch. Laut Polizei rief unter unterdrückter Rufnummer eine Frau an, die sich als die Tochter des Ehepaares ausgab und um Geld bat. Mittels unterschiedlichen Vorwänden täuschte die Betrügerin die beiden und setzte sie unter Druck.



Nachdem das Ehepaar schließlich nachgab und das geforderte Bargeld von der örtlichen Bank abholte, schickten die Betrüger eine Abholerin, die das Geld am Haus des Paares entgegen nahm.



Trotz des professionellen Vorgehens war das Paar aber misstrauisch und konnte von der Abholerin ein Foto machen. Die kurz darauf alarmierte Polizei leitete umgehend eine Fahndung ein. Diese verlief bislang negativ. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Die weitere Sachbearbeitung übernahm die Kriminalpolizeiinspektion Amberg.





Polizei gibt Tipps, um sich vor derartigen Betrügern zu schützen




Angesichts des jüngsten Betrugsfalles rät die Polizei, misstrauisch zu sein, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selbst mit Namen melden. Man solle nicht raten, wer anruft, sondern den Anrufer grundsätzlich dazu auffordern, den Namen selbst zu nennen.Wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, gilt es, vorsichtig zu sein. Vor allem,wenn man sie nicht auf Anhieb erkennt. Die Polizei rät, Dinge zu fragen, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.



Niemals sollten Details zu familiären und finanziellen Verhältnissen preis gegeben werden.



Oft versuchen Betrüger, ihre potenziellen Opfer zu drängen und unter Druck zu setzen. Dem sollte man nicht nachgeben und sich die Zeit nehmen, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Besteht der Verdacht eines Betrugs mit falscher Identität kann es helfen, die jeweilige „echte“ Person unter einer lange bekannten Nummer anzurufen und sich den Sachverhalt bestätigen zu lassen.





Verdächtige Anrufe sofort der Polizei melden





Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen fordert, sollte das stets mit Familienangehörigen oder anderen nahe stehenden Personen besprochen werden. In diesem Zusammenhang betont die Polizei, niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen zu übergeben.


Verdächtige Anrufe sollten unverzüglich der Polizei unter Tel. 110 gemeldet werden.


Ist man bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, sollte man die Tat unbedingt bei der Polizei anzeigen. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.





Wertgegenstände nicht zuhause aufbewahren





Ebenfalls kann helfen, den Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt) zu lassen. So können Täter potenzielle Opfer gar nicht mehr ausfindig machen. Das Ändern eines Telefonbucheintrags ist über die Telekom möglich.


Außerdem können Wertsachen, beispielsweise höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände, nicht zuhause, sondern in der Bank oder im Bankschließfach aufbewahrt werden.