„Wie wollen wir leben?“

„Ufuq“ leistet wichtige Präventionsarbeit an Schulen

23.03.2021 | Stand 23.03.2021, 10:13 Uhr

Zehn junge Teamende werden an Schulen und Jugendeinrichtungen eingesetzt. Foto: Soufiane Mouncir

„Wie wollen wir leben?“ Das ist die große Leitfrage hinter den Workshops von „Ufuq“ (Arabisch für „horizontal“). Seit April 2020 gibt es den Verein neben den Standorten Nürnberg und Würzburg und der Fachstelle in Augsburg auch in Regensburg.

Von Kathrin Lechl

Regensburg. Soufiane Mouncir, gebürtiger Marokkaner, kam nach Deutschland zum Studium der Vergleichenden Kulturwissenschaft. Nach dem Masterabschluss blieb er und arbeitete beim Evangelischen Bildungswerk, das Träger des Projekts „Ufuq“ in Regensburg ist. Seit Beginn an ist der 38-Jährige als Projektleiter für „Ufuq“ tätig. „Wie wollen wir leben?“ bedeutet für ihn vor allem „Wie können wir zusammen leben?“.

Gemeinsam mit zehn sogenannten Teamenden bietet er in Schulen in und um Regensburg fünf verschiedene Workshops zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung an. Neun Studenten und einen Schüler, davon acht Frauen und zwei Männer, sechs mit muslimischem Hintergrund und fünf mit Migrationshintergrund schickt Mouncir in Schulen und Jugendeinrichtungen ab der Jahrgangsstufe 5, um mit den Jugendlichen in den Workshops anhand verschiedener Übungen, Animationsfilmen und viel weiterem Anschauungsmaterial über Themen wie „Glauben, Islam und ich“, „Geschlechterrollen im Islam“, Stereotypen und Diskriminierung, Empowerment und ab der zehnten Jahrgangsstufe auch über Salafismus zu sprechen.

Dabei gehe es keinesfalls um eine Unterweisung, betont Mouncir, sondern „es geht darum, einen Gesprächsraum für die Jugendlichen zu schaffen“. Die Lehrkräfte sind bestenfalls nicht bei den Workshops dabei, erklärt der Projektleiter, dann fühlen sich die Jugendlichen freier. So sollen in den Workshops „demokratische Werte, Partizipation und Selbstwirksamkeitserfahrungen“ gestärkt und eine „kritische Auseinandersetzung mit freiheitsfeindlichen Ideologien“ gefördert werden. Immer mit der Frage im Vordergrund „Wie wollen wir leben?“.

„Das Coronajahr war sehr sehr schwer“, berichtet Mouncir. „Man kann nicht gut planen, wir wussten nicht, ob wir starten können.“ Zehn Teamende während Corona zu finden sei auch zunächst alles andere als einfach gewesen, so Mouncir. Die Voraussetzungen sind nicht ganz einfach und es gab erst nicht so viele Bewerbungen. Aber dann hat es doch noch gut geklappt und nach zwei Ausbildungswochenenden im September und Oktober 2020 in Regensburg und Würzburg hätte es im November 2020 eigentlich losgehen können mit der Präventionsarbeit an Schulen. Doch dann kam der Lockdown und die Workshops mussten abgesagt werden. Aktuell finden die Workshops größtenteils online statt, aber Soufiane Mouncir hofft auf viele Workshops in Regensburg und Umgebung in 2021, denn Präsenz sei natürlich viel effektiver als Workshops in digitaler Form.

Schulen und Jugendeinrichtungen können trotzdem jederzeit per Mail an ufuq@ebw-regensburg.de bei Soufiane Mouncir Anfragen stellen oder sich im Internet unter www.ebw-regensburg.de informieren.