„Nie dagewesene Menge“

Über 230 Kilogramm Captagon auf Hof in Niederbayern sichergestellt

17.05.2021 | Stand 17.05.2021, 16:35 Uhr

−Symbolfoto: dpa

Rauschgiftfahnder haben in einem Aussiedlerhof in Niederbayern 234 Kilogramm Captagon-Tabletten sichergestellt - der größte Fund jemals in Bayern. Ein 35-Jähriger wurde festgenommen.



Laut Mitteilung des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) handelt es sich um eine „noch nie dagewesene Menge“ des fenetyllinhaltiges Arzneimittel, das seit Anfang der 2000er Jahre nicht mehr in Deutschland zugelassen ist. Wie Amphetamin soll die Droge, die laut Polizei „sehr schnell abhängig macht“, die Leistungsfähigkeit erhöhen sowie Schwerz und Müdigkeit unterdrücken. Das Aufputschmittel gilt als „Dschihadisten-Droge“. So sollen auch die Attentäter von Paris Captagon genommen haben.







Nach umfangreichen Ermittlungen war ein 35 Jahre alter Syrer in den Fokus der Ermittlungen geraten. Wie eine LKA-Sprecherin auf PNP-Nachfrage mitteilt, soll dieser Anfang Mai eine Lieferung der Tabletten bekommen haben und diese auf Paletten mit Baustoffen in einer Lagerhalle eines Aussiedlerhofs im Landkreis Straubing-Bogen versteckt haben. Vermutlich stammen die Tabletten aus Vorderasien. „Der genaue Weg der Tabletten ist aber noch Gegenstand der Ermittlungen“, sagte die Sprecherin.



Tabletten sollten nach Saudi-Arabien gehen



Klar ist laut Polizei aber, wohin die Drogen hätten gehen sollen: Eine Spedition sollte diese nach Hamburg bringen, um sie von dort mit dem Schiff weiter nach Saudi-Arabien zu transportieren. Kurz vor dem Transport nach Hamburg schlugen die Ermittler zu und nahmen den 35-Jährigen im Landkreis Straubing-Bogen fest.



Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung und der Lagerhalle stellten die Beamten neben zahlreichen digitalen Speichermedien auch 234 Kilogramm Captagon-Tabletten sicher. Laut Staatsanwaltschaft soll sich der Bauernhof bei Laberweinting befinden. Ob der Mann auch auf dem Hof gewohnt hat, konnte die LKA-Sprecherin am Montag nicht sagen. Weitere Verdächtige gebe es derzeit aber nicht. „Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Tatverdächtigen“, heißt es dazu von der Polizei.



Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat ein Richter am Regensburger Amtsgericht Haftbefehl gegen den 35-Jährigen erlassen. Ihm wird der laut Landeskriminalamt der „illegale Handel mit Amphetamin in nicht geringer Menge“ zur Last gelegt.

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