Polizei warnt vor Betrug

„Falsche Polizeibeamte“ schlagen in Regensburg zu

04.06.2021 | Stand 04.06.2021, 14:50 Uhr

Betrüger erbeuteten am Mittwoch einen mittleren fünfstelligen Geldbetrag. Sie gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg ermittelt.

Am Mittwoch kam es in Regensburg und Umgebung zu mehreren sogenannten Schockanrufen durch Callcenter-Betrüger, das teilt das Polizeipräsidium Oberpfalz mit. Die Betrüger bringen auf besonders perfide Weise insbesondere ältere Menschen um ihre Ersparnisse. Mit verschiedenen Maschen gaukeln sie Notlagen von vermeintlichen Angehörigen vor oder geben sich als Amtspersonen, insbesondere Polizeibeamte aus. Indem sie die Angerufenen unter Druck setzen, versuchen sie diese zur Herausgabe von Geld und Wertgegenständen zu bewegen.

Eine 79-jährige und eine 83-jährige Frau aus dem Stadtgebiet Regensburg, sowie ein 60-jähriger Mann aus dem Gemeindebereich Lappersdorf wurden Opfer einer solchen Betrugsmasche. Die Geschädigten erhielten jeweils Anrufe in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass gegen einen nahen Angehörigen ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren laufe. Die Anrufer gaben sich als Polizeibeamter aus. Diese forderten hohe Geldbeträge von den Opfern, um Haftbefehle gegen ihre Angehörigen abzuwenden.

In Sorge um ihre Angehörigen gingen die Getäuschten zu ihren Hausbanken und hoben den geforderten Geldbetrag ab. Im Anschluss kam es jeweils zur Übergabe des Geldes im Stadtgebiet Regensburg, an eine unbekannte weibliche Person. Den Opfern entstand hierdurch ein beträchtlicher Gesamtschaden im mittleren fünfstelligen Eurobereich.



Die Kripo ermittelt

Das Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat die Ermittlungen zu diesen Fällen übernommen. Die Kriminalpolizei sucht in diesem Zusammenhang nach Zeugen, die möglicherweise die Geldübergaben in der Stadt Regensburg an folgenden Örtlichkeiten beobachtet haben:

St.-Leonhards-Gasse - 11.00 Uhr
Rotteneckstraße - 12.15 Uhr
Albertstraße - 15.30 Uhr

Die unbekannte Betrügerin wird wie folgt beschrieben: ca. 40 Jahre alt, dunkle Haare, osteuropäisches Aussehen, schwarz gekleidet, trug Schleier und blauen Mundschutz.
Kontaktdaten: Kriminalpolizeiinspektion Regensburg, Bajuwarenstraße 2, 93053 Regensburg, Tel. 0941/506-2888.


Polizei klärt auf

Trotz vielfacher, zurückliegender Berichterstattungen erneuert die Polizei ihre Warnungen und Hinweise zum Phänomen „Falsche Polizeibeamte“:
- Setzen Sie bitte Familienangehörige und Nachbarn über diese Masche in Kenntnis!
- Reden Sie offen in der Familie, insbesondere mit älteren, möglicherweise alleinstehenden Angehörigen, über dieses Phänomen!
- Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse!
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe!
- Übergeben Sie nie Geld an Unbekannte!
- Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld oder Wertgegenstände!
- Deponieren Sie keine größeren Bargeldbestände zu Hause!
- Finden Sie eine Vertrauensperson, mit der Sie jederzeit über Geld sprechen können.
- Reden Sie vor Geldtransaktionen mit Ihrer Vertrauensperson.
- Legen Sie bei derartigen Anrufen sofort auf! Verständigen Sie dann den Notruf 110 oder Ihre örtliche Polizei! Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern die Ihnen bekannte.
- Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110. Haben Sie keine Angst anzurufen!

Lieber einmal zu oft den Notruf genutzt, als Opfer der Betrüger zu werden!

− pnp