Niederaichbach

Stromschläge unter Hochspannungsleitung: Betreiber reagiert

07.07.2021 | Stand 07.07.2021, 11:56 Uhr

−Symbolbild: PNP

Spaziergänger haben unter einer Hochspannungsleitung bei Niederaichbach im Landkreis Landshut leichte Stromschläge bekommen. Inzwischen habe der Netzbetreiber Tennet das Problem gelöst.

Die Sache sei gut ausgegangen, sagte Bürgermeister Josef Klaus der Deutschen Presse-Agentur. Im Rathaus der Gemeinde hatten sich im vergangenen Jahr Hinweise von Bürgern auf das Problem gehäuft. Als er erstmals von dem Problem hörte, habe er gedacht: „So ein Schmarrn“. Bei einem Selbstversuch habe er festgestellt, dass es unter der 380-Kilovolt-Leitung in der Nähe des Kernkraftwerkes Isar II tatsächlich in den Fingern knisterte oder an den Beinen kribbelte.

Grenzwerte elektrischer Feldstärke überschritten

Die Gemeinde hatte daraufhin ein TÜV-Gutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Die Grenzwerte der elektrischen Feldstärke waren überschritten. Der Rathauschef riet den Anwohnern damals, die Spazierwege entlang der Stromleitung zu meiden, insbesondere mit Herzschrittmacher.

Tennet hat inzwischen für Abhilfe gesorgt, wie ein Unternehmenssprecher und der Bürgermeister sagen. Die Phasenzuordnung der Leitungen sei umgestellt worden. Tennet habe eine Genehmigung der Regierungen von Oberbayern und Niederbayern einholen sowie ein Zeitfenster festlegen müssen, in dem die Leitung vorübergehend vom Netz genommen habe werden können. Zwischen 2022 und 2024 soll die gesamte Leitung erneuert werden.

Bereits Kurzschlüsse in den 90er Jahren

Laut dem Unternehmen hatte es bereits Anfang der 90er Jahre bei Stürmen Probleme mit der Leitung gegeben, weil es zu Kurzschlüssen kam. Daraufhin wurde die Phasenzuordnung der Leitungen umgestellt und das Problem gelöst. Dass dies wiederum zu Stromschlägen unter der Leitung führte, sei dem Unternehmen erst im vergangenen Jahr mitgeteilt worden.

− luz/dpa