28.03.2018, 13:20 Uhr

Unfall auf der A3 hat Konsequenzen Schwerstverletzter Lkw-Fahrer kämpft um sein Leben – Gaffer filmen und fotografieren

(Foto: Alexander Auer)(Foto: Alexander Auer)

Wie berichtet, hat sich am Dienstag, 27. März, 14.37 Uhr, auf der Autobahn A3 zwischen den Anschlussstellen Wörth/Wiesent und Rosenhof kurz nach der Donaubrücke ein schwerer Lkw-Auffahrunfall ereignet.

A3/WÖRTH AN DER DONAU Ein 27-jähriger Oberpfälzer fuhr hierbei am rechten Fahrstreifen ungebremst mit seinem Zwölf-Tonnen-Lkw auf einen verkehrsbedingt abbremsenden Hänger-Lkw aus unbekannten Gründen am Stauende auf. Der Stau bildete sich wegen einer Baustelle im Bereich Regensburg. Der schwerst verletzte 27-jährige Lkw-Fahrer musste von der Feuerwehr Wörth an der Donau aus seinem total beschädigten Führerhaus herausgeschnitten werden, er wurde anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert. Eine Lebensgefahr bestand am Unfalltag nicht. Der Lkw-Fahrer dürfte nicht angeschnallt gewesen sein und war kurz vorm Unfall mit seinem Fahrzeug mit knapp 90 km/h unterwegs. Der 56-jährige Hängerzugfahrer aus dem Landkreis Regensburg wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Der entstandene Sachschaden liegt bei rund 45 000 Euro. Die Autobahn A 3 war ca. eine Stunde total gesperrt und danach wurde der Verkehr über die linke Fahrspur am Unfallort vorbeigeleitet. Um 18.15 Uhr wurde die Autobahn nach Abschluss der Aufräumarbeiten wieder frei gegeben.

Gaffer im Visier der Polizei

Es kam zu kilometerlangen Stauungen in beiden Richtungen, obwohl sich auf der Gegenfahrbahn kein Verkehrsunfall ereignet hatte. Diese Stauungen entstanden auf Grund von Gaffer-Verhalten. Über die Hälfte der an der Unfallstelle vorbeifahrenden und teilweise anhaltenden Verkehrsteilnehmer filmten die schrecklichen Bilder auf der Autobahn. Da glücklicherweise eine Teileinheit der Bereitschaftspolizei aus Würzburg im Stau hinter dem Unfallort in Richtung Regensburg stand, weil sie von einem anderen Einsatz zurückkamen und eine freiwerdende am Unfallort unterstützende Streife der Polizeiinspektion Neutraubling noch anwesend war, nahmen sich diese Polizisten den Gaffern auf der Gegenfahrbahn an, indem sie diese filmten und fotografierten, während diese mit ihren Handys auf den Unfallort hielten. Da die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass elf Verkehrsteilnehmer filmten oder fotografierten, während sich der schwerstverletzte, noch eingeklemmte Lkw-Fahrer noch in seinem Führerhaus befand und um sein Leben rang, werden jetzt gegen diese Gaffer Strafverfahren wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen nach § 201a Strafgesetzbuch eingeleitet und nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Regensburg dieser vorgelegt. Die Strafandrohung wäre hier Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe und nicht nur 100 Euro Bußgeld plus einem Punkt in Flensburg wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit der Handynutzung des Fahrers während der Fahrt. Vier der von der Polizei fotografierten Gaffer können wahrscheinlich wegen schlechter Bildqualität leider nicht verfolgt werden.

Erstmeldung:Heftiger Unfall auf der A3 – Feuerwehr muss schwer verletzten Lkw-Fahrer aus seinem Fahrzeug holen

Folgemeldung:Gaffer filmen Rettungsmaßnahmen nach schwerem Unfall auf der A3


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