Volle Keller & umgestürzte Bäume

Erneut Unwetter in Ostbayern: So war die Nacht auf Freitag

09.07.2021 | Stand 09.07.2021, 8:58 Uhr
−Foto: Symbolbild - dpa

Bei den erwarteten Unwettern sind in Ostbayern am Donnerstag Keller vollgelaufen und Bäume auf Straßen gestürzt. Im Großen und Ganzen kam die Region aber diesmal glimpflich davon.

Von Elisabeth Stadler und Christoph Eberle

Nach Angaben der Integrierten Leitstelle (ILS) Passau rückten die Einsatzkräfte in den umliegenden Landkreisen bis zum frühen Donnerstagabend 122 Mal zu Unwetter-Einsätzen aus. Am späten Abend sprach man bei den Einsatzzentralen der Polizeipräsidien Niederbayern und Oberbayern-Süd von einer "ruhigen Nacht" mit nur kleineren Einsätzen - kein Vergleich zu Starkregen und Sturm kürzlich in Landshut und Eggenfelden. Im Laufe der Nacht habe es nur eine Handvoll Einsätze in Niederbayern gegeben, berichtet die Einsatzzentrale am Freitagmorgen auf PNP-Nachfrage.

Auf der PNP-Facebookseite berichteten Leser am Donnerstag von Wind, Regen und Gewitter - aber meist "nichts Dramatisches". Lediglich in Passau-Heining habe es durch den Starkregen kleinere Überschwemmungen gegeben. Tschechien wurde vom Unwetter offenbar stärker erwischt: In Pisek, knapp 90 Kilometer von Prag, sind zwei Menschen getötet worden, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. Der Fahrer habe keine Chance gehabt, rechtzeitig zu reagieren, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit. Zwei Kinder, die auf der Rückbank saßen, wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Am häufigsten gingen am Donnerstag laut ILS Notrufe aus dem Landkreis Rottal-Inn ein (68), besonders Bad Birnbach bekam die Unwetter zu spüren. 42 der 68 Hilferufe kamen von dort. Es habe sich dabei überwiegend um Wasserschäden gehandelt, sagte ein Sprecher. Ein Mann habe zum Beispiel um Hilfe gebeten, weil sein Keller mit 1,6 Metern Wasser überflutet worden ist, andere wiederum hätten um Hilfe in Form von Sandsäcken oder anderen Barriere-Maßnahmen gebeten. Auch zahlreiche Bäume seien umgestürzt.

Wie groß der entstandene Schaden war, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. "Die Kollegen von der Feuerwehr müssen das jetzt erst mal aufarbeiten." Die Aufräumarbeiten dauern noch an. Im Landkreis Freyung-Grafenau kam es am Donnerstag zu 35 Unwetter-Einsätzen. Durch Starkregen wurde in der Kreisstadt Freyung erneut das Freibad so schwer beschädigt, dass es auf unbestimmte Zeit geschlossen werden musste. In Stadt und Landkreis Passau waren 19 Unwetter-Einsätze gezählt worden.

Kein außergewöhnliches Unwetter-Geschehen in Oberbayern

Das östliche Oberbayern blieb dieses mal offenbar verschont. Die Integrierte Leitstelle Traunstein, die für die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf am Inn zuständig ist, berichtet am Donnerstagabend von keinem außergewöhnlichen Unwetter-Geschehen. Lediglich in Burghausen sorgten Sturmfront und größere Regenmengen für mehrere Feuerwehr-Einsätze. Die Einsatzzentrale Oberbayern berichtet am Freitagmorgen auf PNP-Nachfrage, dass es in der Nacht nicht mehr zu größeren Einsätzen gekommen ist.

Vor allem Landkreis Cham in der Oberpfalz betroffen

In der Oberpfalz hat es am Donnerstag vor allem den Landkreis Cham getroffen, wie der Kreisbrandinspektor des Landkreises auf Nachfrage bestätigt. Dort waren es rund 50 Einsätze. Im Landkreis waren Bad Kötzting, Grafenwiesen und Eschlkam im Fokus des Einsatzgeschehens. Auch dort wurden Keller überflutet, Bäume und Äste stürzten auf die Fahrbahn. In Regensburg hingegen war es laut einem Sprecher ruhig. Am Freitagmorgen berichtet die Einsatzzentrale Oberpfalz noch von vereinzelten vollgelaufenen Kellern im Bereich Bad Kötzting und Cham. -dpa/tka