Vizeweltmeister startet mit 4:1
Späte Tore, halbvolle Halle, Treffer vor den Eltern: Landshuter Ehl sorgt für Vorentscheidung zum Auftakt des Deutschland-Cups

09.11.2023 | Stand 10.11.2023, 7:38 Uhr

Heißer Fight an der Bande: Die DEB-Cracks Manuel Wiederer und Filip Varejcka mussten sich gegen Dänemark um Philipp Bruggisser und Anders Koch zunächst mächtig strecken, ehe am Ende doch noch ein deutlicher 4:1-Sieg auf der Anzeigentafel aufleuchtete. − Foto: Christian Fölsner

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist knapp sechs Monate nach dem Silber-Coup bei der WM in Finnland erfolgreich in die neue Saison gestartet. Im ersten Auftritt vor heimischen Publikum seit dem historischen Erfolg von Tampere besiegte das runderneuerte Team von Bundestrainer Harold Kreis zum Auftakt des Deutschland Cup in Landshut Dänemark mit 4:1 (0:0, 1:1, 3:0).

Im ersten Test auf dem Weg zur WM in Tschechien (10. bis 26. Mai 2024) hatte Leo Pföderl (26.) die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zu Beginn des zweiten Drittels in Führung gebracht. Patrick Russell (40.) traf noch im selben Abschnitt zum durchaus verdienten Ausgleich, bevor Colin Ugbekile (53.), Alexander Ehl (58.) und Maximilian Eisenmenger (60.) im letzten Drittel für den deutschen Sieg sorgten.


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„Es hat mich sehr gefreut, dass ich hier in meiner Heimat und vor meinen Eltern ein Tor schießen konnte. Das freut mich am meisten“, sagte der gebürtige Landshuter Ehl bei MagentaSport: „Wir waren defensiv sehr stark, haben wenig zugelassen. Das war ein gutes Spiel.“

Am Samstag (18 Uhr/MagentaSport) trifft das DEB-Team auf die Mannschaft aus Österreich, die zum Auftakt am Donnerstag eine 1:7-Pleite gegen die Slowakei kassierte. Der Olympia-Dritte ist am Sonntag (14.30 Uhr) der dritte und letzte Gegner der deutschen Mannschaft.

In Landshut, wo in diesem Jahr auch die Frauen-Nationalmannschaft ihre Heimturnier-Premiere feiert, tritt Deutschland als Titelverteidiger an – und im Vergleich zur WM mit einigen Änderungen. Einzig die beiden Stürmer Ehl (Düsseldorf) und Manuel Wiederer (Berlin) sind als amtierende Vizeweltmeister dabei. Vor allem mit Blick auf die K.o.-Spiele der Münchner, Mannheimer und Ingolstädter in der Champions League in den kommenden beiden Wochen verzichtete Kreis auf zahlreiche Stammspieler.

Neben einigen Neuligen lag der Fokus damit vor allem auf den prominenten Rückkehrern. So waren etwa die Olympiazweiten Yasin Ehliz und Pföderl, die ebenso in Finnland fehlten wie die Auslandsprofis Tobias Rieder (Schweden) und Marc Michaelis (Schweiz), Teil einer laut Kreis „vielversprechenden Mischung“.

Ehliz, Rieder und Michaelis bildeten am Donnerstag auch sofort die erste Angriffsreihe. In einem temporeichen ersten Drittel blieb das DEB-Team jedoch trotz zahlreicher Chancen ohne Torerfolg - Pföderl änderte dies gleich mit der ersten Gelegenheit des zweiten Abschnitts, der Profi der Eisbären Berlin traf aus kurzer Distanz.

Auch die Dänen traten nun aber immer wieder offensiv in Erscheinung, Deutschlands Torhüter Arno Tiefensee konnte sich mehrmals auszeichnen. Kurz vor Ende des zweiten Drittels musste der 21-Jährige von den Adler Mannheim beim Treffer von Russell dann aber erstmals hinter sich greifen. In einem nun ausgeglicheneren Spiel nutzte Ugbekile eine Überzahl sieben Minuten vor dem Ende zur erneuten Führung, ehe Ehl und Eisenmenger mit einem Schuss ins leere Tor alles klar machten.

2223 Zuschauer verfolgten den gelungenen Auftakt des Vizeweltmeisters. Damit war die Fanatec-Arena aber nur halbvoll und weniger Fans als im Schnitt beim heimischen Zweitligisten EV Landshut (2771). Auch für die weiteren Spieltage des Turniers gibt es noch reichlich Tickets an der Tages-/Abendkasse.

− sid/mid