Videokonferenz mit Bezirkstagspräsident

Hygienekonzept und Schnelltests: Thermen drängen auf Öffnung

02.03.2021 | Stand 02.03.2021, 19:47 Uhr

Auch neue Entwicklungen wie Schnelltests werden unterstützt. „Wir wollen welche zum Kauf anbieten, um zum Beispiel einem neu anreisenden Gast die Möglichkeit zur Testung zu geben“, sagt Josefine Kohlmeier, Leiterin der Rottal Terme Bad Birnbach. −Foto: Gröll

Nachdem die regionalen Thermen in einer Videokonferenz zu Öffnungsperspektiven drängten, plädiert der Bezirk in einem Brief an die Bayerische Staatskanzlei für ihre Wiederöffnung.

Die Stimmen nach einer Öffnung im Tourismus werden lauter. Meldete sich am Montag der Hotel- und Gaststättenverband mit der Aktion „der gedeckte Tisch“ im ganzen Freistaat zu Wort, so sind es nun die niederbayerischen Heil- und Thermalbäder, die auf eine baldige, vor allem gleichzeitige Öffnung von Hotels und Thermen pochen.

In einer Videokonferenz sprach der Verbandsvorsitzende der Bäderzweckverbände und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich am Montagabend mit den Werkleitern der fünf Thermen über die aktuelle Situation, Hygienepläne und entsprechende Perspektiven für die Thermen. In Abstimmung mit den Landräten Michael Fahmüller (Rottal-Inn), Raimund Kneidinger (Passau) sowie Martin Neumeyer (Kelheim) wandte sich Heinrich an die Bayerische Staatskanzlei und setzt sich in einem Brief für eine baldige Wiederöffnung mit einem konkreten Zeitplan der Thermen ein.

Hygienekonzepte in Bädern erarbeitet

Bei der Online-Schalte wurde nach Angaben der Teilnehmer deutlich, dass die im ersten Lockdown ergriffenen Maßnahmen gut gegriffen hätten. Die niederbayerischen Bäder hätten damals schon den verantwortungsvollen Umgang mit der Pandemie unter Beweis gestellt. Bereits im Juni vergangenen Jahres waren umfassende Hygiene- und Sicherheitsgrundsätze erarbeitet und mit den zuständigen Landratsämtern sowie dem Gesundheitsministerium abgestimmt worden.

„Wir kennen keinen einzigen Corona-Fall, der einen Rückschluss auf die Therme zugelassen hätte“, sagt Josefine Kohlmeier von der Rottal Terme in Bad Birnbach (Landkreis Rottal-Inn). Dennoch will man nun nachschärfen, zum Beispiel die Flächendesinfektion intensivieren und weiterhin Abstände und Maskenpflicht sicherstellen. Nur in Becken, Saunakabinen und auf den Liegen darf die FFP2-Maske abgenommen werden – bei ausreichendem Abstand zum nächsten. Dafür nehmen die Thermalbäder weiterhin große Einbußen in Kauf, denn die Zahl der Besucher wird automatisch durch die Konzepte stark begrenzt.

Besuchermonitor live im Netz

Am Beispiel Bad Birnbach verteilen sich insgesamt maximal 840 Besucher auf eine Betriebsfläche von mehr als 30.000 Quadratmetern. Und über einen Online-Besuchermonitor kann man jederzeit nachvollziehen, wie stark die Auslastung gerade ist.

Dass es ab kommender Woche Selbsttests gibt, begrüßten alle Thermenleiter bei der Videokonferenz. „Wir wollen auch solche Tests zum Kauf anbieten, damit etwa ein neu ankommender Gast im Hotelzimmer erst einmal in Ruhe seinen Test absolvieren kann“, erklärt Josefine Kohlmeier. „Das schafft zusätzliche Sicherheit.“

Thermen: „Wiederöffnung jederzeit möglich“

Darüber hinaus stellten die Chefs der Thermen heraus, dass die Zeit der Schließung für Instandhaltung und Weiterführung bereits geplanter Investitionen gut genutzt worden sei. Auch die Schutzmaßnahmen in den Thermen seien laufend aktualisiert worden und würden weiter stetig geprüft. Eine Wiederöffnung sei daher operativ jederzeit möglich.

„Wir freuen uns auf eine baldige Öffnung und die Gäste in unseren Bädern“, sagt Bezirkstagspräsident Heinrich. Die aktuell in Kraft getretenen Öffnungsschritte seien ein wichtiges Signal für die Wirtschaft und eine Erleichterung für alle Bürger. „Die Kurorte Bad Abbach, Bad Gögging, Bad Füssing, Bad Griesbach sowie Bad Birnbach sind tragende Säulen der Gesundheitsprävention unserer Region und eng mit Hotellerie sowie Gastronomie verbunden“, betont Heinrich. Die erarbeiteten Hygienepläne seien effizient und hätten enorm hohe Standards. „Die niederbayerischen Heilbäder sind bereit.“

Auch in anderer Hinsicht ist er zuversichtlich. Seit Ende letzten Jahres arbeitet eine Projektgruppe an der strategischen Neuausrichtung der Heil- und Thermalbäder in Niederbayern. Bei der Videokonferenz informierte sich der Bezirkstagspräsident bei den Werkleitungen über den aktuellen Projektstand. Sein Fazit: „Wir liegen bei diesem Projekt sehr gut im Zeitplan und können demnächst erste Zwischenergebnisse präsentieren.“ − pnp