Heftige Unwetter

Hagel und entwurzelte Bäume nach Unwettern: Polizei zieht Bilanz

20.06.2022 | Stand 21.06.2022, 13:11 Uhr

Mehrere Zentimeter große Hagelkörner gingen im Landkreis Landshut, aber auch in Teilen Rottal-Inns nieder. −Foto: fib/DG

Heftige Gewitter haben am Montag in einigen Orten in der Region größere Schäden angerichtet. Während die Oberpfalz verschont blieb und in Niederbayern vor allem Bäume umgerissen wurden, gab es in Oberbayern einen Toten und mehrere Verletzte.


Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits am Vormittag in einigen Regionen Ostbayerns vor schweren Unwettern gewarnt. Vor allem in Ober- und Niederbayern hatte der DWD die höchste Warnstufe vier ausgerufen. Und tatsächlich mussten die Feuerwehren in der Region einige Male ausrücken.

Mehr als ein Dutzend umgerissene Bäume

In Niederbayern habe es 16 Einsätze gegeben, die sich fast ausschließlich auf den Raum Landshut beschränkten, teilt das Polizeipräsidium Niederbayern auf Nachfrage mit. In Eggenfelden richteten Sturm und Hagel einige Schäden an, in Königslachen gab es Berichte über tischtennisballgroße Hagelkörner. Zwei Einsätze gleichzeitig musste die Feuerwehr Hörzhausen absolvieren: Einmal mussten sie einen riesigen Ast absägen, der auf eine Straße zu stürzen drohte und einmal wurden sie zu einem umgeknickten Strommast gerufen.

Insgesamt stürzten in Niederbayern 13 Bäume um, ein Verkehrsschild wurde niedergerissen und ein Dachfenster wurde wohl durch Hagel zerstört. Die Sturmschäden wurden nach Angaben der Polizei zwischen 17 und 19 Uhr gemeldet, später wurde es wieder ruhig. Bei der Beseitigung der Schäden, vor allem der umgestürzten Bäume, kam es auf einzelnen Straßen zu Verkehrsstörungen, die aber nicht allzu lange dauerten.

Unter anderem auf der Bahnstrecke zwischen Passau und München kam es zeitweise zu Ausfällen. Besonders betroffen gewesen sei nach Angaben der Bahn der Abschnitt zwischen Bruckberg und Moosburg. Dort wurde ein Busnotverkehr eingerichtet, nachdem zunächst aus Mangel an Bussen kein Ersatzverkehr fahren konnte.

Mehrere Einsätze in Oberbayern

Im Norden Oberbayerns meldet die Polizei schwerere Schäden. Am Montagabend (20 Uhr) hatten sie noch keinen Überblick über die Lage, die Einsatzlage sei „zu umfangreich“, die das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte. Vor allem in Moosburg und Umgebung seien jedoch am Montagabend mehrere Menschen verletzt worden: Die Polizei sei zu zahlreichen Einsätzen auch mit verletzten Personen gerufen worden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Ingolstadt. Wie später bekannt wurde, kam eine Person ums Leben, eine weitere wurde am Abend noch vermisst.

Im Bereich der Einsatzzentrale Oberbayern Süd lagen zum Abend noch keine Meldungen über etwaige größere Einsätze vor. Auch in der integrierten Leitstelle Traunstein spricht man auf Nachfrage von einer „sehr ruhigen“ Unwetterlage.

Auch in der Oberpfalz, für die der DWD ebenfalls Warnungen herausgab, blieb es ruhig. Weder beim Polizeipräsidium Oberpfalz, noch bei der Integrierten Leitstelle sind Einsätze zu Sturmschäden bekannt.

− dpa/age