30.06.2020, 09:50 Uhr

Verfolgung der besonderen Art Schafbock „Bertl“ hält die Polizei auf Trab

 Foto: Polizei Haag Foto: Polizei Haag

Eine nicht ganz alltägliche Verfolgung wurde am Donnerstagnachmittag, 25. Juni 2020, von der Haager Polizei im Großhaager Forst aufgenommen.

Maitenbeth. Dort treibt sich seit mehreren Wochen ein gehörnter Geselle namens „Bertl“ (ein Kamerunschafbock) herum, der von Verkehrsteilnehmern in der Nähe der B 12 gesichtet und daraufhin der Polizeistation Haag gemeldet wurde.

Sein Artgenosse namens „Seppi“ konnte vor kurzem „dingfest gemacht“ werden, „Bertl“ jedoch entwischte damals. Aufgrund der neuerlichen Sichtungsmeldung von „Bertl“ machte sich sodann eine Streife der Haager Polizei auf den Weg, um nach dem Vierbeiner Ausschau zu halten. Tatsächlich konnte er auch im Wald neben der Kreisstraße MÜ 53 zwischen der B 12 und Fahrnbach angetroffen werden.

Dort war auch ein zehnjähriger Junge aus dem Nachbarlandkreis, der die beiden Böcke in der Vergangenheit mehrmals mit Getreide gefüttert und ihnen auch ihre Namen gegeben hatte. Auch dieses Mal wurde nun versucht, den „Bertl“ mit einem Kraftfutterkübel anzulocken, um ihn sodann einzufangen. „Bertl“ roch aber offensichtlich den Braten und zog sich immer wieder rechtzeitig geschickt zurück.

Schließlich kam eine Frau aus Maitenbeth hinzu, die vor kurzem bereits den „Seppi“ eingefangen hatte. Diese brachte eine Tüte mit Brot mit, dem der „Bertl“ absolut nicht abgeneigt war und welches er neben der Straße stehend genüßlich und wohlwollend verzehrte. Da sich ja mehrere vorherige Versuche das Tier einzufangen bereits als erfolglos herausgestellt hatten, kam man schließlich überein, einen Tierarzt mit einem Betäubungsgewehr hinzuzuziehen, um den Schafbock mittels einer Betäubungsspritze fluchtunfähig zu machen und ihn dann einzufangen und die Sache ein für allemal zu erledigen.

Aber das gestaltete sich in der Tat wesentlich schwieriger, als erwartet. Als „Bertl“ von der ersten Betäubungsspritze am linken Hinterteil getroffen wurde, zog er sich sofort in den angrenzenden Wald zurück. Sodann wurde trotz einsetzendem Starkregen die Verfolgung aufgenommen, um ihn bei Wirkung der Betäubungsspritze in Gewahrsam zu nehmen. Der Bock zog sich aber immer weiter ins Waldesinnere zurück und zeigte keinerlei Ermüdungserscheinungen. Ihm wurde erneut nachgepirscht.

Selbst nach einer zweiten Injektionssalve zeigte er sich absolut unbeeindruckt und lief im Wald in Richtung Hohenlinden davon. In der Nähe der Landkreisgrenze bei Hohenlinden wurde er dann nochmals gesichtet, eine weitere Injektionssalve verfehlte allerdings ihr Ziel und anschließend verlor sich seine Spur. Seine „Verfolger“ mussten schließlich tropfnass den Rückzug antreten. Warum die Betäubungsinjektionen bei „Bertl“ keine Wirkung zeigten, ist nicht genau bekannt, aber offenbar verträgt dieser ziemlich viel.

Am Montag, 29. Juni 2020, wurde der Bock erneut bei Straßmaier in der Nähe der B 12 gesichtet und der Polizei gemeldet. Beim Eintreffen der Polizeistreife hatte sich „Bertl“ aber bereits wieder aus dem Staub gemacht. Vermutlich wird dieser Hornträger die Haager Polizei noch länger auf Trab halten. Nach ihm wird nun weiterhin steckbrieflich gefahndet – nach dem Motto: „wanted, but only alive!“