24.01.2020, 11:36 Uhr

Mehr als 2,5 Millionen Euro Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin fördert Modellprojekt „DeinHaus 4.0“

(Foto: iamnao/123RF)(Foto: iamnao/123RF)

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml fördert das Modellprojekt „Vorbildliches Pflegewohnumfeld für Pflegebedürftige: DeinHaus 4.0“ der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg mit mehr als 2,5 Millionen Euro. Huml betonte anlässlich der Übergabe des entsprechenden Förderbescheids an OTH-Präsident Prof. Wolfgang Baier am Donnerstag, 23. Januar, in Regensburg: „Mein Ziel ist, dass pflegebedürftige Menschen möglichst lange möglichst selbstständig in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können. Der Einsatz moderner Assistenztechnik kann dabei helfen, mehr Sicherheit zu geben und den Alltag zu erleichtern.“

REGENSBURG Finanz- und Heimatminister Albert Füracker freute sich: „Die OTH in Regensburg geht hier mit intelligenter Technik eine wichtige Zukunftsfrage an: Alle Menschen wollen, auch wenn sie pflegerische Unterstützung benötigen, soweit wie möglich selbstbestimmt leben. Die Fördersumme ist sehr gut investiert und stärkt den Forschungsstandort Oberpfalz. Die Ergebnisse werden pflegebedürftigen Menschen und Pflegenden weit über die Oberpfalz hinaus zu Gute kommen.“

Bei „DeinHaus 4.0“ handelt es sich um eine Projektreihe, mit der intelligente Assistenztechnik für Pflegebedürftige erforscht und für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar gemacht werden soll. Ziel des Forschungsprojekts der OTH Regensburg ist es, so genannte Telepräsenz-Roboter im häuslichen Umfeld von Schlaganfallpatienten zu erproben. Dazu sollen rund hundert Projektteilnehmer die Möglichkeit erhalten, ein halbes Jahr lang zu Hause ihre persönlichen Unterstützungsmöglichkeiten durch Telepräsenzroboter zu erleben. Die OTH wird dabei unter anderem Akzeptanz und Folgen erforschen, gesundheits- und pflegewissenschaftliche Potentialstudien erstellen und Fragen des Datenschutzes klären.

Die Ministerin unterstrich: „In Bayern erleiden jedes Jahr etwa 50.000 Personen einen Schlaganfall. Bis zu 75 Prozent der Betroffenen leiden den Rest ihres Lebens an den Folgen. Wir wollen mit dem Projekt der OTH erproben, inwieweit den Betroffenen zu Hause technische Unterstützung im Pflegealltag helfen kann, um etwa einem erneuten Schlaganfall vorzubeugen, Vereinsamung zu verhindern oder die Sicherheit im Alltag zu erhöhen.“ Huml ergänzte: „Gerade in der Pflege bieten digitale Anwendungen zahlreiche Chancen. Die Zahl der Pflegebedürftigen in Bayern wird Schätzungen zufolge auf rund 3,4 Millionen Menschen im Jahr 2030 ansteigen. Digitale Assistenztechnik kann Pflegekräfte und pflegende Angehörige entlasten. Mein Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger noch besser über die neuen digitalen Möglichkeiten zur Unterstützung der Pflege zu informieren. Klar ist aber auch: Der Mensch muss dabei immer im Mittelpunkt stehen. Wir brauchen technisch-digitale Unterstützung, die von den Pflegenden und den Pflegebedürftigen akzeptiert wird. Deshalb muss die neue Technik praxistauglich sein.“

Das „DeinHaus 4.0“-Projekt der OTH Regensburg ist das zweite Projekt der Modell-Reihe, mit der die intelligente Assistenztechnik im Pflegealltag erforscht und für die Bevölkerung erlebbar präsentiert wird. Das erste „DeinHaus 4.0“-Projekt wird bereits seit Sommer 2018 durch die Technische Hochschule Deggendorf (THD) umgesetzt.


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