02.12.2019, 10:33 Uhr

Stress im Alltag: Körper und Seele mit einfachen Mitteln stärken

(Foto: pixabay.com)(Foto: pixabay.com)

Fehlende Anerkennung, Zeitmangel, Unsicherheit und hoher Leistungsdruck: Immer mehr Deutsche leiden unter Stress im Alltag und im Beruf.

Während ein Teil dieser Entwicklung auf gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Strukturen zurückgeht, kann man einige Faktoren aktiv beeinflussen.

Wenn hohe Anforderungen im Privat- und Berufsleben nicht mehr durch Erholung ausgeglichen werden können, lassen Stress, Gereiztheit und Anspannung nicht lange auf sich warten. Die entsprechenden Verarbeitungsstellen im Gehirn sind in der Folge anfälliger für Stress und Ärger. Positiv eingestellte Menschen gehen dagegen mit den Jahren immer glücklicher und entspannter durchs Leben - was sogar zu einer höheren Lebenserwartung führen kann. Kurz gesagt: Der Mensch ist in gewissem Rahmen seines eigenen Glückes Schmied.

Der emotionale Zustand des Menschen drückt sich signifikant in seiner Körperhaltung aus. Selbstbewusstsein und Tatendrang spiegeln sich in einer aufrechten Haltung mit energischem Schritt wider, Niedergeschlagenheit manifestiert sich dagegen in einem langsamen Gang mit gekrümmtem Rumpf. Das Spannende daran: Dieses Phänomen funktioniert auch umgekehrt. Wer sich aktiv aufrichtet und eine starke und selbstbewusste Haltung einnimmt, kann seine Stimmung positiv beeinflussen.

Grund dafür ist die intensive Verwebung der körperlichen und psychischen Reizverarbeitung. Schließlich arbeiten die verschiedenen Systeme des Gehirns eng miteinander: So sind beispielsweise das sprachliche Informationszentrum, der Speicher für visuelle Eindrücke und die Schnittstelle für Körperempfindungen gemeinsam für den emotionalen Zustand des Menschen verantwortlich. Wird eines dieser Systeme angesprochen, reagieren auch die anderen entsprechend auf die Veränderung. So lässt sich das Stimmungsgefüge aus unterschiedlichen Richtungen adressieren.

Für die tägliche Praxis bedeutet das: Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die eigene Stimmung nachhaltig zum Positiven zu beeinflussen und individuelle Wege aus dem Stresstief zu finden.

Eine optimistische innere Haltung zeigt sich nach außen - und umgekehrt. Das kann man sich ganz konkret zunutze machen: Wer sich nur 30 Sekunden im Spiegel selbst anlächelt, veranlasst bereits sein Gehirn zur Ausschüttung von Glückshormonen. Auch die sogenannte „Power-Pose“ wirkt sich auf die eigene Emotionalität aus: Für eine Portion frischer Energie können sich Stressgeplagte einfach zehn Sekunden lang breitbeinig hinstellen und die Arme in die Luft recken.

Auch im Berufsalltag kann eine bewusst eingenommene Körperhaltung die Stimmungslage verbessern und Stress abbauen. Ruht beispielsweise das Körpergewicht gleichmäßig auf beiden Beinen, schafft das eine beruhigende Erdung, Standfestigkeit und Selbstsicherheit. Offene Arme, ein gehobenes Kinn, ein aufrechter Gang, eine bewusste Beschleunigung des Schritts und eine gerade Sitzhaltung wirken sich ebenfalls stärkend auf die Gemütslage aus. Willkommener Nebeneffekt: Auch Rücken und Gelenke freuen sich über eine gerade und flexible Körperhaltung.

Wer stets viel Gedankenkraft auf mögliche negative Ausgänge seiner Lebenssituation verwendet und das Schlimmste erwartet, der schreibt ein düsteres Weltbild in sich fest. Es lohnt sich also, den beständig nörgelnden inneren Kritiker auszuschalten: Sich Mut zuzusprechen, lernen, Dankbarkeit für die kleinen Dinge im Alltag zu empfinden und sich für kleine Erfolge selbst zu loben - all das sind Mittel, um Entspannung und Schmerzreduktion durch die Ausschüttung der Glückshormone Dopamin, Endorphinen und Oxytocin zu bewirken. Das kann sich zu einem erfolgreichen, selbstverstärkenden Prozess ausweiten. Denn die entspannte innere Haltung manifestiert sich wiederum in der körperlichen Ausstrahlung. Und wer seinen Mitmenschen wohlwollend und aufrecht begegnet, erfährt in seinem Alltag mit großer Wahrscheinlichkeit mehr entgegenkommende, freundliche und aufgeschlossene Reaktionen.

Auch Kleidung hat ihren Anteil an der inneren Gefühlswelt. Frische, leichte Farben heben die Stimmung, hautfreundliche Stoffe und angenehme Schnitte fördern das körperliche Wohlbefinden. Nicht zuletzt ist Kleidung auch eine Art, Selbstfürsorge und Selbstliebe auszudrücken. Hautschmeichelnde Accessoires und hochwertige Kleidungsstücke, die eine aufrechte Haltung unterstützen, sich wie eine zweite Haut anfühlen, zum Träger passen und seine Außenwirkung vorteilhaft beeinflussen, können das Selbstbewusstsein signifikant stärken. Die Magie liegt dabei nicht allein im modischen Schnitt der Kleidung, sondern auch in den Assoziationen, die mit ihr verknüpft werden.

Regelmäßige körperliche Bewegung ist sowohl Prävention als auch Therapie gegen Stress und Niedergeschlagenheit. Sport erhöht die Produktion von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin. Diese körpereigenen Botenstoffe werden mit stimmungsaufhellenden Effekten in Verbindung gebracht. Gleichzeitig werden beim Sport die Stresshormone Adrenalin und Cortisol abgebaut. Besonders effektiv ist Bewegung in der Natur: Der Abstand zur lärmenden Alltagswelt, die schadstoffarme Luft und die Duftstoffe wirken beruhigend auf Körper und Seele.


0 Kommentare