17.09.2010, 13:04 Uhr

„Wir haben Angst um unsere Kinder” Ein Dorf geht auf die Barrikaden

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Die Bewohner von Meidendorf laufen Sturm gegen die Errichtung eines Mobilfunkmastes.

MEIDENDORF Ein Dorf geht auf die Barrikaden. In Meidendorf (Gemeinde Windberg, 140 Einwohner) belagern seit dem heutigen Freitag besorgte Bürger die Auffahrt zu einem Privatgrundstück. In Kürze soll dort ein Mobilfunkmast des Anbieters O2 aufgestellt werden. 

Nach eigenen Angaben hat die Dorfgemeinschaft erst vor wenigen Tagen von dem geplanten Mobilfunkmast in ihrer Nachbarschaft erfahren. "Wir wurden im Unklaren gelassen", klagt Martin Stettmer. Er ist Sprecher einer Bürgerinitiative, die sich spontan  gegründet hat. Zudem haben die Meidendorfer Bürger Unterschriften gesammelt – nahezu der gesamte Ort spricht sich dabei gegen die Errichtung des Mobilfunkmastes aus.

Das Problem: Die Errichtung war baurechtlich nicht genehmigungspflichtig, da der Mast unter einer Höhe von zehn Metern bleibt. Deshalb wurde das geplante Projekt erst vor wenigen Tagen bekannt. Selbst der Bürgermeister der Gemeinde Windberg, Johann Gstettenbauer (CSU),  soll von dem Projekt in seinem Gemeindegebiet bis vor kurzem nichts gewusst haben.

Am heutigen Freitag oder am Samstag soll der Mast aufgestellt werden und die Meidendorfer Bewohner sind sauer. "Es ist eine Frechheit, dass wir nicht informiert wurden", beschwert sich ein Anwohner. Besonders besorgt ist die Dorfgemeinschaft allerdings wegen möglicher Risiken. Die Gefahren durch Strahlung seien unüberschaubar, so Martin Stettmer. "Wir haben Angst um unsere Kinder."


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