17.10.2012, 11:32 Uhr

Glauben Kirche will Geld: Million von der Stadt Regensburg für den Katholikentag?

Die katholische Kirche hat bei der Stadt Regensburg vorgesprochen, ob Subventionen für den Katholikentag 2014 in der Domstadt möglich sind. Das berichtet das Regensburger Wochenblatt in seiner Druckausgabe vom 17. Oktober exklusiv.

REGENSBURG Es ist nicht nur irgendein kleines „Event“, wie es neudeutsch heißt, wenn am 1. Juni 2014 in Regensburg der 99. Katholikentag eröffnet wird. Immerhin ist das Büro schon bezogen, auf 1.350 Quadratmetern richtet man sich derzeit im Regensburger Gewerbepark ein. 80.000 Katholiken wollen sich in Regensburg treffen, über die Kirche reden, die Katholische, versteht sich. Aber sicher nicht nur: Die Katholikentage sind bekannt dafür, dass auch manches heißes Eisen von den Laien aufgegriffen wird. Die Finanzierung ist dabei offenbar nicht ganz so einfach, wie man denkt. Denn auch wenn die Kirche in Deutschland und auch die in Regensburg über erhebliche Mittel verfügt – das Zentralkomittee der Deutschen Katholiken, die Vertretung der Laien also, ist immer auch vom Wohl- und Wehe der Bischöfe abhängig.

Beim Katholikentag in Mannheim heuer weiß man jedenfalls, dass der acht Millionen Euro gekostet hat. Eingeplant waren dabei dreieinhalb Millionen Euro, die keineswegs von der Amtskirche, sondern von staatlichen Stellen kamen. Die Stadt Mannheim zahlte 1,5 Millionen. Also vom Steuerzahler. Nun trug es sich vor ein paar Wochen zu, dass auch bei den Fraktionssprechern des Regensburger Stadtrates Vertreter der Kirche und des Katholikentages zugegen waren. Die fragten um Zuschüsse der Stadt an. Einer, der dabei war, ist Jürgen Mistol, Fraktionsvorsitzender der Grünen und damit einer Partei, die immer kritisch hinschaut bei den Kirchen. „Ich möchte mir erst ansehen, wie viel Geld fließen soll“, sagt Mistol auf Anfrage unserer Zeitung. „Natürlich ist es so, dass wir uns genau überlegen sollten, für was wir Geld ausgeben – andererseits: Wenn wir eine Baseball-Veranstaltung unterstützen, weil wir sagen, viele Menschen auf der ganzen Welt schauen auf Regensburg, dann müssen wir auch Mittel zur Verfügung stellen, wenn über Gott und philosophische Dinge geredet wird“, findet der Grüne.

Das kritische Alternativprogramm beim Katholikentag heuer in Mannheim, etwa von „Wir sind Kirche“, über die Probleme des Zölibats, Homosexueller und geschiedener Wiederverheirateter fand indes in einer evangelischen Kirche statt – ohne staatliche Subventionen. Dass die Stadt dennoch zahlt, könnte allerdings auch einen entscheidenden Vorteil mit sich bringen: den nämlich, dass man mitreden kann, wer für die Logistik vor Ort sorgt. Wie es heißt, schließt die im Raum stehende Million Euro für den Katholikentag einen bestimmten regionalen Veranstalter im Vornherein aus …


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