12.09.2012, 13:10 Uhr

Heer Bundeswehrverband tagt im Landkreis: „Die Verdienste der Wehrmacht nicht leugnen"

Bundeswehr-Soldat Foto: Bundeswehr / StollbergBundeswehr-Soldat Foto: Bundeswehr / Stollberg

Der Bürgermeister von Hemau, Johann Pollinger, hat sich von Aussagen des Bayerischen Soldatenbunds distanziert, der am 29. September in der Tangrintelhalle tagt. Der BSB hatte in einer Vorankündigung geschrieben, willkommen sei jeder, „der die Verdienste der Wehrmacht nicht leugnet."

REGENSBURG _25 HEMAU Die Stadt Hemau hat eine lange Geschichte, die eng mit der Bundeswehr verknüpft war: Die General-von-Steuben-Kaserne war von 1966 bis zur Standort-Schließung 2003 ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur im Tangrintel – der Abzug war schwer für die Stadt, auch wirtschaftlich gesehen. Wohl auch deshalb gibt es enge Kontakte zu Militärs. Und wohl auch nur deshalb hat sich der Bayerische Soldatenbund 1874 e. V. dazu entschlossen, am 29. September die ordentliche Landesversammlung in der Tangrintelhalle abzuhalten. Nach Totenehrung und Begrüßung durch den Bürgermeister Johann Pollinger kommt auch der Innenminister Joachim Herrmann. Im Vorfeld verschickte der Verband, dessen Präsident der pensionierte Generalmajor Jürgen Reichardt ist, seine Zeitschrift „Treue Kameraden“, die auch eine Pressemitteilung über die Veranstaltung beinhaltete. Die allerdings hat es in sich.

Darin werden nicht nur die Rahmenpunkte des Programms wie der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt aufgeführt, sondern auch ein Satz formuliert, der zu denken gibt. „Mitglieder aller Parteien und Strömungen, welche die deutsche Nation achten, die Leistungen und Opfer der Wehrmacht nicht leugnen sowie die Bundeswehr und ihre Soldaten im Kopf und Herz bejahen, haben im Bayerischen Soldatenbund ihre Heimat.“ Opfer und Leistungen der Wehrmacht? Welche Leistungen sind damit gemeint? Die grausame Besetzung Polens, die Massaker an allen Fronten oder die Teilnahme am Völkermord?

Bürgermeister Johann Pollinger, der die Soldaten begrüßen wird, macht keinen Hehl daraus, dass er diese Formulierung unglücklich findet. „Sicherlich sind die Leistungen des Einzelnen gemeint aus der Vater- und Großvatergeneration, der unter Befehl handeln musste und viel leistete, was ihm unter Befehl abverlangt wurde.“ Er, sagt Pollinger, hätte den Satz wohl anders formuliert.  


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