01.03.2012, 16:38 Uhr

Bürgermeister duldet keine Feindseligkeit: Asylbewerber auf der Suche nach einer neuen Heimat

Asylbewerber kommen an Foto: Ursula HildebrandAsylbewerber kommen an Foto: Ursula Hildebrand

Sie kommen nach Deutschland, weil sie sich hierein besseres leben erhoffen. Sie verlassen ihre Heimat, haben meist nur noch das, was sie an ihrem Körper tragen, als Besitz. Viele von ihnen haben alles, was sie hatten, einem Schleuser übergeben, nur, damit er sich nach Deutschland in Sicherheit bringt. Und dann merken sie, dass sie auch hier nicht willkommen sind – das Schicksal der Asylbewerber.

WÖRTH Am Donnerstag, 1. März, strandeten 19 dieser Menschen in Wörth an der Donau. Direkt aus einer Aufnahmeeinrichtung kamen die Asylbewerber in ihre neue Unterkunft in Wörth. Die 17 Erwachsenen und zwei Kinder kommen aus Aserbaidschan, Pakistan, Serbien und dem Iran. Sie alle hoffen auf Anerkennung im Asylverfahren und damit auf ein besseres Leben.

"Sie haben Angst, eigentlich ist das sehr schlimm für die Leute", so Wörths Bürgermeister Anton Rothfischer gegenüber dem Wochenblatt. "Sie kennen die Mentalität nicht, sie kenen die Sprache nicht, hier sind nur fremde Menschen“, fasst er die Situation der neuen Wörther Bürger zusammen. Er selbst habe vor etwa drei Wochen erfahren, dass die Regierung plant, Asylbewerber in Wörth unterzubringen. Ein Gastwirt hatte sich auf einen Aufruf hin, man solle Unterkünfte zur Verfügung stellen, gemeldet. "Ich wusste aber nicht, wann", so Rothfischer. Erst am Dienstag habe er dann erfahren, dass es bereits am Donnerstag soweit ist. "Das war dann schon etwas kurzfristig", so Rothfischer. Vor allem der Verwaltungsaufwand sei enorm hoch, denn die neuen Bürger müssen sich bei der Stadt anmelden, wie jeder andere auch, der neu zuzieht. Hier stünden seine Mitarbeiter im Rathaus vor erheblichen Sprachproblemen.

Das aber sei schon das einzige, was schwierig sei, ansonsten geht Rothfischer davon aus, dass die Wörtherinnen und Wörther hier "sehr aufgeschlossen" seien. "Bei uns leben Menschen aus aller Herren Länder", berichtet er. Und er blickt in die 90er-Jahre zurück, als weit über 100 Asylbewerber in einer Sammelunterkunft in Wörth untergebracht waren. Damals gab es Kontakte zwischen den Bewohnern und der Bevökerung. So mancher der Asylbewerber habe sich sogar ins städtische Vereinsleben integriert.

Weitere Unterkünfte gesucht

Zunächst läuft er Mietvertrag mit dem Hotel bis Ende August. dann müsse man weitersehen, so Reinhard Ühlin, Leiter der Regierungsaufnahmestelle und zuständig für die Unterbringung in der Oberpfalz. Seit etwa vier Jahren steige die Zahl der Asylbewerber langsam aber kontinuierlich an, deshalb sei man immer dankbar, wenn sich Personen melden, die bereit sind, Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, so der Pressesprecher der Regierung, Joseph Karl gegenüber dem Wochenblatt. Er rechnet mit noch etwa 300 Personen in 2012, die in der Oberpfalz untergebracht werden müssen. man sei deshalb dankbar, wenn sich Kommunen melden, die die Möglichkeit einer Unterbringung sehen.

Aufeinander zuegehen

Karl hofft, dass die Wörther auf die neuen Einwohner zugehen. Er berichtet von einem kleinen Ort, der zu Berching gehört. 21 Menschen leben hier, 23 Asylbewerber wurden untergebracht – und herzlich aufgenommen. Der ein oder andere sei in der örtlichen Feuerwehr aktiv gewesen. "Es hat gut funktioniert!"

Und auch Anton Rothfischer geht davon aus, dass es in Wörth keine Probleme geben wird. Für den Fall, dass etwas wäre, vielleicht auch mit Personen aus der rechten Ecke, stellt er klar: "Da staubts dann!" Er selbst werde dafür sorgen, dass Ruhe einkehrt, denn rechtes Gedankengut wolle er hier in Wörth auf gar keinen Fall haben.


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