17.02.2011, 00:00 Uhr

Linzer Umweltanwaltschaft erteilt Plänen klare Absage Watsch’n aus Österreich für Energiespeicher Riedl

Trügerisches Naturidyll? Still spiegelt sich das Kraftwerk Jochenstein in der herbstlichen Donau. Sollte jedoch der „Energiespeicher Riedl” kommen, hätte das laut oberösterreichischer Umweltanwaltschaft fatale Auswirkungen auf das Europa-Schutzgebiet.

UNTERGRIESBACH Dass die Donau ein europäischer Strom ist und daher in Bayern an ihr nicht rumgefuhrwerkt werden kann, wie mancher lustig ist, das bekam jetzt die Donau Kraftwerk Jochenstein AG zu spüren: Die Bundesanwaltschaft der Oberösterreichischen Landesregierung erteilte den Plänen für das umstrittene Pumpspeicherkraftwerk in Riedl bei Untergriesbach eine deutliche Absage.

In einer umfassenden Stellungnahme im Rahmen des derzeit laufenden Raumordnungsverfahrens für den „Energiespeicher Riedl” führt die Linzer Umweltanwaltschaft – gleichbedeutend etwa mit den bayerischen Naturschutzbehörden an den Regierungen – detailliert an, welch verheerende Auswirkungen der bayerische Kraftwerksbau auf das sensible Ökosystem des oberösterreichischen Donautals zwischen Engelhartszell und Aschach hätte.

Schon im Dezember vergangenen Jahres kamen die Oberösterreicher zu einem ablehnenden Ergebnis: Bei Realisierung des beantragten Vorhabens auf Basis der vorliegenden Projektsunterlagen sei mit erheblichen, schädlichen Umweltauswirkungen auf den aquatischen Lebensraum der oberösterreichischen Donau, sowie erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Schutzgüter des Europaschutzgebietes Oberes Donau- und Aschachtal zu rechnen. Vor allem die zu erwartenden Wasserstandsschwankungen im Dezimeterbereich hätten äußerst schädigende Auswirkungen auf das Ökosystem der oberösterreichischen Donau.

Moniert wurde vor allem, dass die Projektsunterlagen  sich in keiner Weise mit Optimierungsmöglichkeiten bzw. Ausgleichsmaßnahmen ausein-andersetzen würden, obwohl diese Maßnahmen vom Gutachter für den Teilbereich Oberflächengewässer, Gewässerökologie und Fischerei als unbedingt erforderlich angesehen werden.

Jetzt Anfang Februar legten die Oberösterreicher noch einmal kräftig nach, da sich vorliegende Projektsergänzungen allein auf die bayerische Donau beziehen und sich mit den Problemen auf österreichischer Seite in keiner Weise auseinandersetzen würden.

„Bis dato wurden weder Angaben über tatsächlich zu erwartende Wasserstandsschwankungen in Abhängigkeit der Betriebsweise des Pumpspeicherkraftwerks gemacht, noch über ein Adaptierung der Wehrbetriebsordnungen der oberösterreichischen Donaukraftwerke gesprochen. Auch liegen bis dato keine Angaben bezüglich der unbedingt erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen vor”, reagierte die Linzer Umweltanwaltschaft in seiner Stellungnahme sichtlich verschnupft. Zusätzlich würde das geplante Pumpspeicherkraftwerk-Projekt den übergeordneten Planungen gemäß der EU-WRRL und der FFH-RL entgegenwirken.

Es bleibt deshalb beim Nein der oberösterreichischen Umweltanwaltschaft für das geplante Pumpspeicherkraftwerk Riedl: „Unsere angeführten Bedenken und Vorbehalte gegenüber den derzeit vorliegenden Projektsunterlagen zum laufenden Raumordnungsverfahren werden durch die nachgereichten Ergänzungsunterlagen bestätigt und auch fachlich durch die Inhalte des Gutachtens untermauert. Aus all den genannten Gründen sind die vorliegenden Projektsunterlagen als nicht raumverträglich  bzw. umweltverträglich einzustufen.”


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