28.01.2011, 17:58 Uhr

ödp-Politiker nennt „zeitliche Gründe" Frankenberger tritt als Passauer Stadtrat zurück

Foto: Martin ReitmeierFoto: Martin Reitmeier

Kurz aber heftig: So könnte man Sebastian Frankenbergers Karriere als Passauer ödp-Stadtrat umschreiben. Am Samstag erklärte der 29-Jährige offiziell seinen Rückzug aus dem Gremium, dem er somit nicht mal drei Jahre angehörte.

PASSAU Nach seiner Wahl im November zum ödp-Bundesvorsitzenden hatte Frankenberger noch nicht gewusst, ob er sein Stadtratsmandat weiter wahrnehmen wolle und hatte sich Bedenkzeit erbeten. Gute zwei Monate später steht sein Entschluss fest: Am Samstag teilte Frankenberger Oberbürgermeister Jürgen Dupper seinen Rücktritt vom Stadtratsmandat mit und nannte „zeitliche Gründe" als ausschlaggebend für seine Entscheidung. Als Nachfolgerin nachrutschen wird vermutlich die Passauer Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie Dr. Claudia Faßbender.

Frankenbergers offizielle Erklärung zu seinem Rückzug: „Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da mir die Kommunalpolitik und die Zukunft von Passau sehr am Herzen liegen. Leider verlangt aber der Job als Bundesvorsitzender der ödp gerade am Anfang doch mehr Zeit und vor allem Präsenz vor Ort in den Kreisverbänden, als ich das ursprünglich gedacht habe, so dass ich nur noch selten in Passau bin. Nur an Plenarsitzungen teilzunehmen wäre mir zu wenig und ich würde meine eigenen Ansprüchen an das Mandat nicht erfüllen. Außerdem möchte ich nicht nur einseitig Politik machen und auch Zeit für mein spirituelles Engagement und meine Stadtführungen in Österreich aufwenden. Ich werde aber die Stadtratspolitik weiterhin aufmerksam begleiten und könnte mir ein späteres Engagement auch wieder vorstellen."

Ein offenes Geheimnis ist allerdings auch, dass Frankenberger in den letzten Monaten in der Passauer ödp-Fraktion immer mehr isoliert war. Das liegt nicht nur daran, dass der 29-Jährige sowohl bei Fraktionssitzungen als auch bei Ausschusssitzungen immer seltener anwesend war: Auch seine starke Medienpräsenz sorgte intern immer wieder für starke Kritik. Nach seiner Wahl zum ödp-Bundesvorsitzenden hatte sein einstiger Ziehvater Urban Mangold für einen Eklat gesorgt, da er seinem Zögling erst nach Medienanfrage gratuliert hatte – ein mehr als deutliches Zeichen für ein innerparteiliches Zerwürfnis.

Die Zeichen standen jedenfalls schon seit längerem für einen Rückzug Frankenbergers aus der Lokalpolitik. Der Paradiesvogel dürfte nun genügend Zeit haben, um seinen bundespolitischen Ambitionen in aller Ruhe nachgehen zu können. Wetten, dass das nächste Volksbegehren bereits in Vorbereitung ist..?


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