09.11.2016, 14:43 Uhr

Das IOC lenkt im Fall von "Dopingsünder" Schloder ein Später Olympia-Sieg für Alois Schloder

Zusammen mit Prof. Dr. Ernst Fricke (re.) hat Alois Schloder um seine Ehre gekämpft. Foto: Tobias GrießerZusammen mit Prof. Dr. Ernst Fricke (re.) hat Alois Schloder um seine Ehre gekämpft. Foto: Tobias Grießer

Die Landshuter Eishockey-Legende Alois Schloder ist jetzt endlich auch auf der IOC-Homepage vollständig rehabilitiert.

LANDSHUT Obwohl der heute 69-Jährige schon wenige Wochen nach den Olympischen Winterspielen von 1972 in Sapporo wegen erwiesener Unschuld vollständig rehabilitiert worden war, hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf seiner Internetseite den angeblichen Dopingfall von 1972 bis heuer weiter publiziert, ohne den tatsächlichen Sachverhalt erkennbar zu machen (das Wochenblatt berichtete mehrfach).

+Alois Schloder wurde seinerzeit zum „Dopingopfer“, weil ihm der damalige DEB-Mannschaftsarzt das verbotene ephedrinhaltige Präparat RR-plus verordnet hatten (die Pillen standen auf der Olympia-Dopingliste). Als sich die Unschuld Schloders bereits wenige Wochen später herausstellte, wurde die vom Eishockey-Weltverband (IIHF) ausgesprochene Sperre von sechs Monaten noch vor der WM 1972 aufgehoben und der Kapitän war dann im April 1972 in Prag wieder für die Nationalmannschaft im Einsatz.

Zuletzt wurde im Februar 2014 anlässlich des angeblichen Dopingfalles der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle wiederum der untadelige Ruf des Landshuters beschädigt, als einige Medien titelten: „42 Jahre nach dem Eishockeyspieler Alois Schloder in Sapporo hat Deutschland wieder einen Dopingfall bei den Winterspielen.“ Dagegen hat sich Schloder mit umfangreicher Korrespondenz seit 2014 gewandt. Der Ex-Nationalspieler hat den IOC-Präsidenten Dr. Thomas Bach selbst angeschrieben und darum gebeten, in allen Veröffentlichungen des IOC zu vermerken, dass „Alois Schloder vom Verdacht des Dopings freigesprochen und vollständig rehabilitiert“ wurde.

Die Aktivitäten von Schloder selbst und der von ihm beauftragten Kanzlei Prof. Dr. Fricke & Coll. brachten kein Ergebnis, weshalb dann eine Klage beim Landgericht Landshut auf Berichtigung und Ergänzung der Berichterstattung gegen das IOC an Dr. Thomas Bach persönlich überbracht wurde.

Nach vielen ablehnenden und in der Sache nicht weiterführenden Antwortschreiben hat das IOC erst jetzt Alois Schloder zu einem Treffen im Olympic Studies Center (wo auch die IOC-Archive gehalten werden) eingeladen.

Am Donnerstag vergangener Woche kam es nun zu einem mehrstündigen Gespräch vor Ort. Das Ergebnis: Auf der Homepage des IOC kommt Alois Schloder im Kontext von Doping und Ephedrin nicht mehr vor. Aufgrund der rechtlichen Begründungen und sowie der urkundenmäßig nachgewiesenen Unschuld von Alois Schloder schon im Jahr 1972 ist nicht nur die Homepage des IOC – wie von Schloder gewünscht – geändert worden. Das IOC hat auch bei der Internet-Suchmaschine Google durchgesetzt, dass dort keine automatischen Vervollständigungen bei Suchanfragen im Zusammenhang mit der IOC-Homepage durchgeführt werden können.

Wenige Monate nach seinem 69. Geburtstag hat Alois Schloder also auch in der elektronischen Welt des IOC wieder seine Unschuld erlangt, um die er hart gekämpft hat und über die ansonsten die deutsche Justiz hätte entscheiden müssen. „Jedermann ist unschuldig, es sei denn, er wäre rechtskräftig verurteilt“, gelte auch im Sportrecht, freut sich Rechtsanwalt Prof. Dr. Ernst Fricke nach der intensiven juristischen Begleitung der Landshuter Eishockey-Legende Alois Schloder gegenüber dem IOC.


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