26.03.2012, 07:21 Uhr

Mit angeblicher BKA- oder GEMA-Sperre Etwa 6500 Geschädigte in Bayern

Mehrfach wurden im Landkreis Kelheim auch im März wieder Computer lahm gelegt - wegen eines Schadprogramms, das man sich im Internet einfängt und das den Benutzer auffordert, Geld auf ein Konto zu überweisen. Mittlerweile sind in Bayern um die 6.500 Leute betroffen.

KELHEIM/MAINBURG Sie gehen morgens an den Computer, fahren ihn hoch, wollen ins Internet - kein Probem? In manchen Fällen doch - um die 6.500 Fälle kennt die bayerische Polizei inzwischen, bei denen sich Bürger einen Internet-Trojaner eingefangen haben, der den Computer lahm legt. 

Beispiel „GEMA”: Im März wurde eine Frau aus einem Elsendorfer Ortsteil im Landkreis Kelheim beim Hochfahren ihres Computers überrascht. Es öffnete sich ein Fenster mit dem Schriftzug „GEMA”, und sie wurde darauf hingewiesen, dass ihr Computer wegen eines Downloads illegaler Musik gesperrt worden sei. Um ihren PC wieder benutzen zu können, sollte eine Paysafecard für 50 Euro erworben und der darauf befindliche Code in der Maske eingegeben werden. Die zuständige Polizeiinspektion Mainburg dazu: „Achtung, auch nach Eingabe des Codes ist ein weiteres Benutzen des PC nicht möglich.”

Beispiel „BKA”: Einen Tag vor dem Fall in Elsendorf wurde ein 45jähriger Mainburger während des Internetbesuchs mittels Pop up-Fenster aufgefordert, 100 Euro an das BKA beziehungsweise die Bundespolizei zu zahlen, da ansonsten der Internetbesuch blockiert werde. Abermals die PI Mainburg: „Es wird dringlich gewarnt, den Aufforderungen Folge zu leisten - auch nach Bezahlung der 100 Euro bleibt der Computer gesperrt.” Und das nicht, weil sich „BKA” oder die „Bundespolizei” nicht mit den 100 Euro begnügen würden, sondern es steckt eine Bande aus der Ukraine dahinter, die bundesweit agiert. Die Computer-Software muss repariert werden. Einen Tag später wurde der PI Mainburg übrigens schon wieder ein derartiger Fall gemeldet, diesmal von einem 32jährigen Mainburger.

Ende letzter Woche legte die Polizeiinspektion Mainburg und der dortige Polizeihauptmeister Jürgen Mader, der sich über die letzten Jahre verstärkt mit Internetkriminalität beschäftigt hat, nach und fasste zusammen: „Und wieder wird der normale Internetnutzer von einer neuen Variante des sogenannten BKA-Trojaners heimgesucht. Unbedarfte Internetnutzer werden online über sich selbst öffnende POP-UP-Fenster im Namen des BKA, der Bundespolizei oder der GEMA aufgefordert, für das angebliche Anwählen von terroristischen bzw. pornographischen Internetseiten Geld zu bezahlen.

Der Computer ist ab diesem Zeitpunkt in der Regel nicht mehr benutzbar. Die Zahlungsaufforderung lautet: Sich an einer Tankstelle eine Ukash- oder Paysafecard im Wert von 50 beziehungsweise 100 Euro zu besorgen und den dazugehörenden Code direkt auf dem Virus einzugeben. Das Fazit ist nach wie vor: Das Geld ist weg – Der Computer aber trotzdem unbrauchbar

Alleine in Bayern gibt es zu diesem Betrugsphänomen, das der Erpressung zuzuordnen ist, seit August 2011 nun mehr als 6500 angezeigte Vorfälle. Die neueste diese Woche aufgetretene Version lautet auf den Namen GVU „Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen”

Auch für diesen Fall gilt: Nicht bezahlen. Denn der PC wird dadurch nicht wieder freigegeben

Von Seiten der Behörden wurde reagiert und die Internetseite www.BKA-Trojaner.de dazu geschaffen, um Anleitungen zur Bereinigung der Schadsoftware online zu stellen. Für Fragen darüber hinaus steht die Polizeiinspektion Mainburg gerne zur Verfügung.” Die Teleffonnummer von Polizeihauptmeister Jürgen Mader: 08751-8633-21.


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