12.01.2017, 18:29 Uhr

Einstimmiger Beschluss Heimatverein verweigert AfD-Politikerin die Mitgliedschaft

Foto: Hannes LehnerFoto: Hannes Lehner

Katrin Ebner-Steiner erhält Absage wegen Parteizugehörigkeit.

DEGGENDORF Der örtliche Heimatverein "Berglerbuam" hat der Deggendorfer AfD-Politikerin Katrin Ebner-Steiner die Mitgliedschaft verweigert und das mit ihrer unerwünschten Parteizugehörigkeit begründet. Die 38-jährige aus Metten kritisiert diese pauschale Ablehnung ihres Aufnahmeantrags als unsachlich und diskriminierend.

Katrin Ebner-Steiner betont in ihrer Pressemitteilung, auf ihre Nachfrage hin habe der Vorsitzende des  „Heimat- und Volkstrachtenverein Berglerbuam Sandweg e.V.“ erklärt, die Entscheidung sei nicht persönlich gemeint. Aber er müsse auf die Befindlichkeit seiner Mitglieder Rücksicht nehmen. Er müsse sich als Vereinsvorsitzender rechtfertigen und die AfD sei „ein heißes Thema“ mit „politischer Brisanz“.

Der 1. Vorstand des Heimatvereins, Franz Brunner, verteidigte gegenüber den Medien die Entscheidung des Vereinsausschusses. Er habe nichts persönlich gegen die Frau, aber er wolle keinen Ärger haben. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen und durch die Vereinssatzung gedeckt.

Ebner-Steiner bezeichnete es als „absolut unanständig und diskriminierende Ausgrenzung, wenn offenbar von unseren politischen Gegnern auch schon Vorsitzende ganz einfacher Heimatvereine direkt oder indirekt derart beeinflusst und genötigt werden“. Bisher habe sie so etwas nur bei Wirten erlebt, die aufgrund politischen Drucks an der Vermietung an die AfD gehindert wurden. „Was passiert als Nächstes, bekommen Ärzte Druck, wenn sie AfD-Politiker als Patienten behandeln oder darf uns der Bäcker keine Semmeln mehr verkaufen?“, fragt sie sich.

  Solche „undemokratischen und stigmatisierenden Einflussnahmen“ dürfen nicht hingenommen werden, betont die Deggendorfer AfD-Kreisvorsitzend. Sie hofft, dass sich der Heimatverein noch eines Besseren besinnt.


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