08.10.2015, 16:19 Uhr

Zwischenfall Asylbewerberfamilie will mit Sitzstreik bessere Unterkunft erzwingen

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Die Polizei musste ausrücken, weil Asylbewerber vor der Jugendherberge in Burghausen gegen die Unterkunft protestierten.

BURGHAUSEN Eine sechsköpfige Familie aus Syrien löste, wie am Donnerstag bekannt wurde, am Mittwoch, 7. Oktober in Burghausen einen Polizeieinsatz aus. Die Flüchtlingsfamilie, bestehend aus drei Frauen, zwei Männern und einem etwa einjährigen Kind, war vor der Jugendherberge in der Burghauser Altstadt in einen Sitzstreik getreten.

Wie die Polizei mithilfe eines Dolmetschers herausfand, sei der Familie die Jugendherberge als Unterkunft nicht gut genug gewesen. Polizeidienststellenleiter Georg Nieß, der selbst vor Ort war, berichtet: "Einer der Männer erklärte, dass sie von ihrer Heimat einen anderen Standard gewohnt seien. Diese Unterkunft sei für sie untragbar." Außerdem lehnte die Familie das Essen in der Jugendherberge ab. Sein Kind, so der Asylbewerber, esse keine Nudeln.

Die Familie bestand auf einem Haus oder einem Appartement mit Küche und drohte damit, notfalls die ganze Nacht im Regen vor der Jugendherberge zu verbringen. Erst als die Polizei ankündigte, zu prüfen, ob der Familie zeitweise das kleine Kind entzogen und in Pflege gegeben werden kann, damit es durch den angekündigten Sitzstreik nicht krank wird, lenkte die Familie ein.

Obwohl die Jugendherberge eigentlich nicht für die Aufnahme von erwachsenen Männern vorgesehen ist, hatten die Herbergsverantwortlichen der Familie angeboten, die Nacht dennoch zusammen dort verbringen zu können. Das wollte die Familie aber zunächst nicht und bestand stattdessen lautstark auf einem eigenen Haus/Appartement. Erst nach der Drohung der Polizei eines zeitweisen Kindesentzugs aus Gesundheitsgünden, übernachtete die sechsköpfige Familie in der Herberge und wurden am Folgetag in die Gemeinschaftsunterkunft nach Altötting gebracht.

Nach Angaben des Landratsamtes suchen die Behörden nun nach einer Unterkunft, in der die Familie untergebracht werden kann.

Die ist bereits der zweite Zwischenfall mit einer Asylbewerberfamilie in Burghausen. Bereits im Juli hatte eine Familie lautstark vor der Burghauser Polizeidienststelle nach einer besseren Unterkunft verlangt.

Hinweis der Redaktion: Wir sehen es als unsere Pflicht an, im Sinne der Glaubwürdigkeit der lokalen Medien, die Leser auch über solche Zwischenfälle zu informieren, auch wenn es sich um ein hochsensibles Thema handelt (Redaktionsleiter Mike Schmitzer).


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