Kriminalitätsstatistik

„Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Niederbayern am geringsten“

11.03.2021 | Stand 18.03.2021, 16:42 Uhr

Foto: PP Niederbayern

Polizeipräsident Manfred Jahn, Leitender Polizeidirektor Manfred Gigler, Leiter der Abteilung Einsatz, und der Leitende Kriminaldirektor Paul Mader, Leiter des Sachgebiets Verbrechensbekämpfung, stellten im Rahmen eines Pressegesprächs am Dienstag, 9. März, die Kriminalstatistik 2020 für das Polizeipräsidium Niederbayern vor.

Von PP Niederbayern/Pressemitteilung

Straubing. Polizeipräsident Manfred Jahn begrüßte die anwesenden Medienvertreter im großen Besprechungsraum des Polizeipräsidiums anlässlich der Vorstellung des Sicherheitsberichts 2020 für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Niederbayern. „Das Jahr 2020 war auch für das Polizeipräsidium Niederbayern in erheblichem Maße durch die Pandemie geprägt. Die Gewährleistung der Sicherheit für die Bevölkerung stellte auch im vergangenen Jahr das vor¬rangige polizeiliche Ziel dar“, so die einleitenden Worte des Polizeipräsidenten.

Auch bei den Bürgerinnen und Bürgern hat das Infektionsgeschehen den beruflichen und privaten Alltag beherrscht und zum Teil enorm verändert. Für die Polizei hat sich durch die zusätzlichen Herausforderungen das Aufgabenfeld erweitert. Neben zahlreichen Einsätzen mit Pandemie-Bezug hat sich auch das von der Polizei zu betreuende Versammlungsgeschehen spürbar erhöht.

Mit der Kriminalitätsentwicklung in Niederbayern ist Polizeipräsident Manfred Jahn sehr zufrieden: „Wir haben ausgezeichnete Werte bei der Aufklärungsquote und der Kriminalitätsbelastung. In Niederbayern leben, heißt, sicher leben. Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Niederbayern am geringsten. Dennoch wollen wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen.“

Gesamtzahl der Straftaten sank um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Mit Blick auf die Kriminalitätsstatistik ist festzustellen, dass in Niederbayern die Gesamtzahl der Straftaten (ohne ausländerrechtliche Delikte) im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 41.985 Fälle gesunken ist. „Dies ist im Vergleich der letzten zehn Jahre der niedrigste Wert im Schutzbereich“, freute sich Jahn.

Mit einer Aufklärungsquote von 72,3 Prozent konnte das bereits sehr gute Vorjahresniveau (70,2 Prozent) weiter gesteigert werden. Hier befindet sich Niederbayern deutlich über dem gesamtbayerischen Durchschnitt von 66,4 Prozent auf einem der vordersten Plätze.

Die Häufigkeitszahl von 3.375 (Anzahl der registrierten Straftaten auf 100.000 Einwohner) liegt im bayernweiten Vergleich erneut an erster Stelle und zeigt, dass der Regierungsbezirk Niederbayern auch in 2020 den Spitzenplatz hinsichtlich der geringsten Kriminalitätsbelastung innehat.

Starker Anstieg im Bereich Cybercrime und Callcenterbetrug

Nach einem Überblick des Polizeipräsidenten über die Gesamtkriminalität ging der Leiter des Sachgebiets Verbrechensbekämpfung beim Polizeipräsidium Niederbayern, Leitender Kriminaldirektor Paul Mader, auf verschiedene Kriminalitätsphänomene genauer ein.

Mit Ausnahme weniger Deliktsbereiche gingen die ermittelten Straftaten in fast allen Kriminalitätsfeldern zurück. Das gilt auch für den Bereich der häuslichen Gewalt: Anfängliche Befürchtungen, dass sich die Umstände, die ein längerfristiger Lockdown mit sich bringt, auf Beziehungen zwischen Partnern negativ auswirken wird, wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern im Hellfeld nicht festgestellt. „Die Anzeigen waren hier sogar leicht rückläufig“, so Mader.

Einen starken Anstieg der Fallzahlen gibt es im Bereich Cybercrime und Callcenterbetrug. Bei Letzterem erhöhte sich der entstandene finanzielle Schaden von gut 400.000 Euro im Jahr 2019 auf über 1,5 Millionen Euro im Jahr 2020. „Allerdings können wir auch hier gute Ermittlungserfolge mit mehreren Festnahmen und der Zerschlagung eines Callcenters im Kosovo vermelden!“, berichtet Mader.

Mehr als 150.000 Einsätze waren zu bewältigen

Ergänzend zur Kriminalitätsentwicklung in Niederbayern gab der Leiter der Abteilung Einsatz, Leitender Polizeidirektor Manfred Gigler, anschließend einen Überblick über das Einsatzgeschehen im vergangen Jahr. Die Anzahl der Einsätze im Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern ging im Vergleich zum Vorjahr um etwa 4.000 auf 150.877 Einsätze zurück.

Parallel zu den bestehenden Tätigkeitsfeldern wurden im vergangen Jahr im polizeilichen Datenbestand zusätzlich mehr als 10.000 Anzeigen und über 6.500 Maßnahmen mit Corona-Bezug dokumentiert. „Die sich stetig verändernden Anforderungen, die unser Dienst mit sich bringt, fordern uns alle tagtäglich. Dennoch haben es unsere Beamtinnen und Beamten geschafft, diese Herausforderungen mit hohem Engagement und entsprechender Tatkraft hervorragend zu meistern“, lobte Gigler.

Sicherheitsgefühl der Bevölkerung soll noch weiter gestärkt werden

Polizeipräsident Manfred Jahn zeigte sich angesichts der positiven Zahlen sehr zufrieden mit dem zurückliegenden Berichtsjahr. Ein besonderes Augenmerk wolle man auch weiterhin auf die gefühlte Sicherheit der Bevölkerung legen. „Die Niederbayerische Polizei arbeitet weiter verstärkt daran, dass die objektiv sehr gute Sicherheitslage in Niederbayern von den Bürgerinnen und Bürgern auch so wahrgenommen und empfunden werden kann“, so Polizeipräsident Manfred Jahn.