30.05.2020, 14:09 Uhr

Natur Naturpark-Ranger und Gebietsbetreuer bitten um Rücksicht

Nicht alle Wege sind zum Radfahren geeignet, sodass dort Konflikte mit Wanderern auftreten können. Die Naturpark-Ranger und Gebietsbetreuer bitten um Rücksicht auf Wildtiere und um einen fairen Umgang mit und in der Natur.  Foto: S. Poost, NaturparkNicht alle Wege sind zum Radfahren geeignet, sodass dort Konflikte mit Wanderern auftreten können. Die Naturpark-Ranger und Gebietsbetreuer bitten um Rücksicht auf Wildtiere und um einen fairen Umgang mit und in der Natur. Foto: S. Poost, Naturpark

Die Menschen aus der Region genießen das Wetter derzeit in vollen Zügen. Wanderer, Mountainbiker und Ausflügler zieht es in Zeiten von Corona vermehrt nach draußen, um in der Natur Ablenkung zu finden und Kraft zu schöpfen.

Bayerischer Wald. Gerade stadtnahe Naturschutzgebiete wie das „Deggendorfer Himmelreich“ erfahren in Zeiten von Corona ein stark erhöhtes Besucheraufkommen. Die derzeitig blühenden Magerwiesen, vielfältiger Vogelgesang, knorrige Alleebäume und einladende Streuobstwiesen locken viele Erholungssuchende in das Naturschutzgebiet. Dabei ist es positiv zu bewerten, dass immer mehr Menschen den Naturschatz vor ihrer eigenen Haustüre entdecken. Denn es steckt doch einiges an Wahrheit in dem Zitat von K. Lorenz „Man liebt nur was man kennt, und man schützt nur was man liebt.“ „Genießen Sie ihren abendlichen Spaziergang, Familienausflug oder ihre Joggingrunde. Damit uns allen das Naturschutzgebiet auch weiterhin mit seinen Besonderheiten und großer Artenvielfalt erhalten bleibt, bitten wir um ein gutes Miteinander von Naturschutz und Erholungssuchenden“, so die zuständige Naturpark-Rangerin Lea Stier. Dazu gehört unter anderem seinen Müll wieder mitzunehmen, Hunde anzuleinen und nicht mit motorisierten Fahrzeugen in das Gebiet zu fahren.

Auch wenn ein Spaziergang mit einem Hund als Begleiter noch mehr Freude macht, sollte man gerade zur dieser Jahreszeit umso vorsichtiger mit seinem vierbeinigen Begleiter sein. Insbesondere in Gebieten, in denen noch Wiesenbrüter vorkommen, wie etwa in der Gollau oder der Öberauer Donauschleife im Landkreis Straubing, können Störungen durch Hunde zu Brutverlusten bei Kiebitz, Brachvogel und Co führen. Nehmen Sie dort also Ihren Hund an die Leine. Die Vögel und andere Wildtiere werden es Ihnen danken. Nicht nur eklig für andere Naturbesucher, sondern auch gefährlich für Kühe ist der Hundekot, welcher bei den Wiederkäuern zu schweren Erkrankungen und Tod führen kann. Deshalb bitte einpacken, mitnehmen und im Hausmüll entsorgen.

Gebietsbetreuer für die Arberregion Johannes Matt erinnert an das Wegegebot auf dem Arbergipfel und im Naturschutzgebiet „Großer Arbersee“, und bittet, sich an die Ablanderungen zu halten sowie nicht noch in die letzten Winkel vorzustoßen. „Gerade jetzt brauchen viele Tiere Ruhe und Ungestörtheit, da sie sich noch mitten in der Jungenaufzucht befinden. Störungen, beispielsweise beim Auerhuhn, können dazu führen, dass Auerhennen das Gelege bzw. die Jungvögel verlassen und diese der Gefahr des Auskühlens ausgesetzt sind,“ so Johannes Matt. Gleiches gilt im Naturschutzgebiet „Hochwald“ am Dreisessel. Auch hier schlüpfen in diesen Tagen die Auerhahnküken. Deshalb ist es jetzt ganz besonders wichtig, Hunde am Berg und im Wald anzuleinen.

Auch in den Naturschutzgebieten „Halser Ilschleifen“ und „Obere Ilz“ kommt es vermehrt zu Konflikten mit Erholungssuchenden. „Die derzeit überall zu hörenden Aussagen vom „Zusammenhalten und gemeinsam schaffen wir das“, sollen auch im Umgang miteinander in der freien Natur selbstverständlich sein“, so der Gebietsbetreuer des Ilztales, Stefan Poost. Am Schwarzen Regen ist die Situation ähnlich. Hier brütet momentan der Flussuferläufer, eine stark bedrohte Vogelart, die außerhalb der Alpen vor allem am Schwarzen Regen einen Verbreitungsschwerpunkt hat. Dabei ist es vor allem wichtig, dass die Inseln zwischen Regen und Viechtach nicht betreten werden, da hier die bodenbrütenden Vögel ihre letzten Rückzugsorte haben. Da es auch am Ufer potentielle Brutplätze gibt, ist es gerade jetzt sehr wichtig, dass sich Erholungssuchende an die Wanderwegmarkierungen halten.

Über die Pfingstfeiertage werden daher die Naturpark-Ranger, Gebietsbetreuer und auch Naturschutzwächter vermehrt auf die Verhaltensregelungen hinweisen. Mit Rücksicht auf die Natur und ihre Bewohner wird man auch zukünftig seltenen Arten begegnen und die Naturschätze vor unserer Haustüre erhalten können. Es sollen sich alle an dieser wunderbaren Natur erfreuen. Im Naturparkgebiet gibt es ein schier endloses Wander- und Radwegenetz, welche tolle Naturerlebnisse auf markierten Wegen ermöglicht. Sämtliche Wanderkarten im Naturparkgebiet können kostenfrei von der Internetseite des Naturparks unter www.naturpark-bayer-wald.de heruntergeladen werden.


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