21.12.2019, 13:56 Uhr

35 Jahre Einsatz für den Naturschutz Johann Meindorfer für umweltpolitische Arbeit gewürdigt

Leckere BIO-Säfte samt anerkennender Anmerkungen gab es von BN Kreisvorsitzendem Andreas Molz für 35 Jahre Einsatz seines Stellvertreters Johann Meindorfer (Foto: Bund Naturschutz)Leckere BIO-Säfte samt anerkennender Anmerkungen gab es von BN Kreisvorsitzendem Andreas Molz für 35 Jahre Einsatz seines Stellvertreters Johann Meindorfer (Foto: Bund Naturschutz)

Mit einer kleinen Spitze, die Meindorfer öfter widerfahren war, leitete der Kreisvorsitzende des BUND Naturschutz (BN) Andreas Molz die Würdigung seines Stellvertreters Johann Meindorfer für 35 Jahre Einsatz zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen ein:

STRAUBING „Du bist mit Deinen nur rudimentären Artenschutzkenntnissen das krasse Gegenbeispiel zum Motto aus Artenschützerkreisen ‚Man schützt nur, was man kennt‘. Seit Du Hubert Weinzierls Heft „Das Netzwerk des Lebens“ gelesen hast und den Weckruf des Club of Rome gehört hast, setzt Du Dich praktisch beim Aluminium- und Plastikbecher-Sortieren genauso wie mit unzähligen sachlichen und wohl begründeten umweltpolitischen Vorstößen, Anträgen und Eingaben genau für den Erhalt dieses Netzwerks ein“.

Bekannt sei er für sein beharrliches Einfordern der erkannten Notwendigkeiten zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen als Überzeugungstäter ohne Reue.

Molz weiter: „Du hast Linienverlauf und Fahrplan für eine Stadtbuslinie 5 als erste Durchmesserlinie erarbeitet und mit einem Linienbus abgefahren, lange bevor der Stadtbus dann kommunalisiert und auf 4 Durchmesserlinien umgestellt wurde.

Auf Dein Konto geht die erste systematische Radwegebefahrung in der Stadt. Du hast die Nullabsenkung von Radwegen an Einmündungen auf das Fahrbahnniveau durchgesetzt.

Fast schon legendär war Dein Ausrücken mit der BN-Jugendgruppe per Zug zum Bergwald-Nachpflanzen am Bad Reichenhaller Hausberg Predigtstuhl oder mit Werkzeug im Fahrradanhänger per Schienenbus nach Hunderdorf zum Pflanzen von Ufergehölzen am Bogenbach.

Legendär waren auch Eure Transporte der ersten sortierten Joghurtbecher zur Verarbeitung.

Die hat ja gut geklappt, nachdem Du bundesweit alle großen Molkereien zur Kennzeichnung ihrer Kunststoffbecher gebracht hast, wie diejenige, als Du mit der Jugendgruppe die erste komplette Lastzugladung Styroporformteile zum Recycling auf die Reise geschickt hast. Damit ist der erste Wertstoffhof in der Stadt Straubing im ehemaligen Dietl-Bräu an der Regensburger Strasse mit der bayernweit ersten Getrenntsammlung von PP- und PS-Behältern entstanden“.

Als stellvertretender Sprecher des BUND Naturschutz-Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft / Ressourcenschonung erinnere er immer wieder Unternehmen an eine nachhaltig optimierte Unternehmensausrichtung. Zur Verwendung von Produkten aus dem ökologischen Landbau bis zur umfassenden Umstellung auf umweltfreundliche Recyclingpapiere aus 100% Altpapier seien schlichtweg alle Akteure aufgerufen.

Und ein besonders vorbildhaftes konkretes ökologisch-nachhaltiges Handeln fordert Meindorfer mit hoher Vehemenz von der öffentlichen Hand und von den Religionsgemeinschaften ein.

Quintessenz aus Meindorfers umweltpolitischer Arbeit ist seine Erfahrung, dass oft gerade falsche Kostenstrukturen zu umweltschädlichen Verhalten verleiten, weil sich bisher das Verschwenden von Energie und Ressourcen rentiert.

Nicht nur aus ethischer Sicht müssten soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz Hand in Hand gehen.

Das eine - umwelt- und klimaverträgliches Verhalten aller - kann ohne das andere - höhere Verteilungs- und Generationengerechtigkeit - nicht gelingen.

Höhere Verteilungsgerechtigkeit ist grundlegende Voraussetzung für umwelt- und klimaverträgliches Verhalten aller und für das Gelingen der Umstellung auf ökologisch nachhaltigen Energieerzeugung, Agrarwirtschaft, Verkehr, Wirtschaft und Konsum angewiesen ist.

Es gehe darum, dass fleissig und qualifiziert arbeitende Normalverdiener auch der unteren Entgeltgruppen, die umweltverträglich und verantwortungsbewusst leben wollen, sich dies überhaupt leisten können.

Daher setzt er sich in den BUND-Arbeitskreisen Wirtschaft und Finanzen auf Landes- und Bundesebene für ein intelligentes ökologisch-soziales Finanz- und Steuersystem ein, das vernünftige Leistung belohnt und dabei auf gerechte Verhältnismässigkeit der Einkommensverteilung achtet. Der „Faktor“ menschliche Arbeit sei grundsätzlich zu entlasten und der Energie- und Ressourcenverbrauch zu verteuern. „Es ist wichtig, dass sich sozial- und umweltverträgliches Verhalten auch finanziell rechnet und lohnt - und nicht wie bisher die Verschwendung von Ressourcen,“ bekräftigte der Geehrte.


0 Kommentare