29.09.2020, 15:19 Uhr

Apfelsammlung in Teublitz Juradistl-Streuobst – „Unser Obst ist Mehrwert!“

OGV-Jugendgruppe "Naturhelden" (mit Silke Lohr). Foto: Thomas SchwarzOGV-Jugendgruppe "Naturhelden" (mit Silke Lohr). Foto: Thomas Schwarz

Der Landschaftspflegeverband Schwandorf hat im Rahmen seines Juradistl-Programms zum ersten Mal im Jahr 2017 zusammen mit der Jugendgruppe des OGV Teublitz, den „Naturhelden“, eine Streuobstaktion gestartet, die etwas für den Erhalt unserer schönen Obstgärten und Streuobstbestände tun möchte.

Teublitz. In der Juradistl-Apfelschorle der Kelterei Nagler wird bereits seit 2013 heimisches Streuobst aus dem Gebiet des Oberpfälzer Jura verarbeitet und es soll noch mehr werden. Nach den in der gesamten Region sehr unterschiedlichen Apfelernten in den Jahren 2017 und 2018 und dem nahezu kompletten Ausfall der Ernte im vergangenen Jahr hat der Landschaftspflegeverband Schwandorf nun im Herbst 2020 wieder zu einer Ap-felsammelaktion aufgerufen. Die Sammlung im Juradistl-Gebiet des Landkreises Schwandorf fand am Samstag, 26. September von 14 bis 16 Uhr statt. Sammelort war der Innenhof der Metzgerei Wilhelm in Teublitz.

Das Sammeln und Verwerten des Obstes trägt vor allem zum Erhalt der Obstbäume in unserer Region bei. Daneben sollen die Obsterzeuger einen fairen Obstpreis erzielen und der Natur-schutz in Dorf und Flur wird gestärkt. Insgesamt wird damit die Wertschätzung für die heimischen Obstsorten erhöht. Streuobstwiesen prägen vielfach noch das Landschaftsbild und den Charakter eines Dorfes. Gleichzeitig sind sie Lebensräume mit großer Artenvielfalt, in denen viele Tier- und Pflanzenarten leben. Allerdings sind bayernweit über die Hälfte aller Obstbäume in den letzten Jahrzehnten gerodet worden und verloren gegangen, da die schön an-zusehenden Hochstammbäume nur mit hohem Aufwand zu beernten sind. Und Apfelsaft lässt sich heute mit ertragreichen modernen Sorten wesentlich kostengünstiger erzeugen

Viele Bestände sind zudem überaltert, weil sie nicht mehr gepflegt werden. Auch hierzu bietet der Landschaftspflegeverband Regensburg Hilfe an, wie Silke Lohr vom Landschaftspflegeverband erläutert: „Wir können sowohl Neupflanzungen von Streuobst als auch Pflegeschnitte von Altbeständen organisieren und fördern und beraten die Eigentümer von Streuobstbeständen dazu gerne.“

„Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura“ ist eines der größten Biodiversitätsprojekte in Bayern. Es ist wichtiger Bestandteil der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und setzt sich für den Erhalt der Artenvielfalt in Bayern ein. „Der Artenreichtum unserer Heimat ist jedoch häufig an traditionelle, so genannte extensive Landnutzungsformen gebunden“, wie Lohr weiter ausführt. „Diese dienten immer der Erzeugung von Nahrungsmitteln. Voraussetzung dafür ist die Verarbeitung der Rohstoffe in der Region und wir kennen die Orte, in denen das traditionell stattfand: Es sind Metzgereien, Bäckereien, Mühlen, Brauereien und eben auch Keltereien. Der Erhalt der Artenvielfalt ist also indirekt an die Erzeugung und Verarbeitung gebunden. Natur und Kultur gehen Hand in Hand.

Gleichzeitig verschwinden in ganz Bayern zunehmend Keltereien, die das Obst aus der Region annehmen und zu Direktsaft verarbeiten. Und auch der Verbraucher hat immer weniger Gelegenheit, frisch gepresste regionale Säfte zu erwerben. Es kommt also darauf an, wieder verstärkt hochwertige Produkte aus dem heimischen Streuobst anzubieten. Und dafür stehen alle Juradistl-Produkte – neben der Apfelschorle sind dies auch das Juradistl-Lamm, das Juradistl-Weiderind und der Juradistl-Honig – zu 100 Prozent.“

Um die besonders artenreichen Streuobstbestände und Obstgärten zu erhalten, wurde im Sommer 2013 mit „Juradistl-Streuobst“ ein Markensegment im Obstbereich geschaffen. Das erste Streuobstprodukt ist die Juradistl-Apfelschorle. Sie wird von der Privatkelterei Nagler in Regensburg hergestellt und enthält überwiegend Obstanteil aus der Juradistl-Region. Inzwi-schen produziert und vertreibt die Kelterei Nagler über 200.000 Liter Juradistl-Apfelschorle pro Jahr. In den Jahren 2013 bis 2019 wurden 660.000 Liter Apfelsaft zur Herstellung der Schorle produziert. Dies entspricht circa 1,3 Millionen Liter Juradistl-Apfelschorle. Dafür wurden circa 880 Tonnen heimisches Obst verwertet, der Großteil davon kommt aus der Region des Oberpfälzer Jura. Und fast eine weitere Tonne kam nun über die Juradistl-Sammelaktion in Teublitz dazu. Die „Naturhelden“ des OGV Teublitz konnten sich über gut 800 Kilo Äpfel freuen, die vor allem von Apfelbaumbesitzern aus dem Städtedreieck angeliefert wurden.


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