08.08.2019, 21:44 Uhr

Natur Wildland-Stiftung Bayern stellt renaturierte Fischteiche bei Wutschdorf vor

(Foto: Wildland-Stiftung Bayern)(Foto: Wildland-Stiftung Bayern)

Die Wildland-Stiftung Bayern erwarb bereits im Jahr 2014 drei Teiche bei Wutschdorf, die nun nach umfänglichen Renaturierungsmaßnahmen wieder als naturnahe Stillgewässer seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten. Dr. Wolfgang Schiefer bedankte sich als Vorstandsvorsitzender der Stiftung besonders bei Landrat Reisinger für die großzügige Unterstützung, da die Flächen wie auch die Kosten der Renaturierung über Ersatzmittel des Landkreises finanziert wurden. Ebenso gebührt der Kreisgruppe Amberg größter Dank, durch deren ehrenamtliches Engagement der Ankauf wie auch die Umgestaltung ermöglicht wurde.

FREUDENBERG/LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Diese Biotopoptimierung am Hennenbach ist Teil des Biotop-Verbundprojektes Naabgebirge im Landkreis Amberg-Sulzbach. Projekt-Schwerpunkt ist es, Amphibienlebensräume zu verbessern und zu verbinden. Landrat Richard Reisinger, zugleich erster Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands Amberg-Sulzbach e. V., erläuterte, dass der LPV gerne sein aktives Mitglied – die Kreisgruppe Amberg im BJV – bei den Arbeiten fachlich mit Rat und Tat unterstützt hat und dies auch weiter gerne tun wird. Hier vor Ort wurden nach dem Ankauf vor allem Freizeiteinrichtungen mit hohem Aufwand zurückgebaut und naturnahe Lebensräume wieder hergestellt. Lob und Anerkennung gilt sowohl dem Träger, der Wildland-Stiftung Bayern, als auch der Kreisgruppe Amberg, die die Ideen der unteren Naturschutzbehörde zur ökologischen Aufwertung aufgegriffen und mit entwickelt haben – und das nicht zum ersten Mal im Landkreis.

BJV-Regierungsbezirksvorsitzender und Landtagsabgeordneter Alexander Flierl gratulierte zur Umsetzung des Projekts und betonte das vielfältige Engagement der Jägerschaft sowie der Wildland-Stiftung in der Oberpfalz. Die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft könne nur erhalten und gestärkt werden, wenn man aktiv handle, ein „Käseglockennaturschutz“ helfe nicht weiter, unterstrich der Abgeordnete, der auch Mitglied im Landwirtschafts- und Umweltausschuss des Landtages ist. Der Hegeauftrag in den Jagdgesetzen, der die Pflege und den Erhalt der Lebensgrundlagen des Wildes umfasst, diene ebenso dem Natur- und Artenschutz. „Jäger haben eben nicht nur die jagdbaren Arten oder ideologisch einzelne Biotope im Blick, sondern die Lebensräume der freilebenden Tiere sowie die Pflanzenwelt im Gesamten“, so Flierl und hob die Aufwertung der Grundstücke in Wutschdorf für viele seltene und geschützte Arten hervor.

Von den Maßnahmen zur Wiederherstellung naturnaher Stillgewässer profitieren einige hochbedrohte Arten wie Feuersalamander oder Kreuzotter. Die Teiche sind wichtige Laichgewässer für Amphibien wie den Grasfrosch und auch Libellen wie die Zweigestreifte Quelljungfer. Auch Schwarzstorch und Fischotter profitieren von diesen neu geschaffenen Nahrungsgründen.

Projektleiter Peter Fröhlich, Baurat beim Wasserwirtschaftsamt Weiden, erläuterte die Maßnahmen: Der Umbau wurde abschnittsweise in den Jahren 2017 und 2018 vorgenommen. Zunächst wurden die Gebäude einer Wochenendanlage zurückgebaut. Alle Dämme hatten altersbedingt und durch Biberaktivitäten an mehreren Stellen Sickerstellen und waren daher teilweise bruchgefährdet. Die maroden Bereiche konnten gesichert und umgestaltet werden. Leitungen und Mönche wurden ertüchtigt, sodass die Teichanlage wieder bespannt werden konnte. Auch am vorbeiführenden Hennenbach, der ein Stück weit auf der Wildlandfläche verläuft, wurden Unterhaltungsmaßnahmen vorgenommen, um den Lebensraum für den hochbedrohten Feuersalamander zu erhalten.

Die Wildland-Stiftung Bayern ist bereits seit dem Jahr 2003 im Weiherprojekt bei Freudenberg und Aschach im Landkreis Amberg-Sulzbach mit der Renaturierung von Fischteichen aktiv.


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