17.05.2019, 08:37 Uhr

Jägerschaft, Landwirte und Tennet Fachleute loten Möglichkeiten für natur- und umweltfachliche Kompensation entlang des Ostbayernrings aus

BBV-Geschäftsführer Ulrich Härtl, Alexander Flierl, BBV-Geschäftsführer Hans Winter, BJV-Vorsitzender Amberg Ruppert Schmid, BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann, BJV.Naturschutzreferent Amberg Peter Fröhlich, Ina-Isabelle Haffke, Julia Müller, Lars Fischer, TenneT, BBV-Bezirksgeschäftsführer Oberpfalz Hubert Hofmann, Dominik Himmler, Bay. KulturLandStiftung. (Foto: Büro Flierl/Bergmann R.)BBV-Geschäftsführer Ulrich Härtl, Alexander Flierl, BBV-Geschäftsführer Hans Winter, BJV-Vorsitzender Amberg Ruppert Schmid, BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann, BJV.Naturschutzreferent Amberg Peter Fröhlich, Ina-Isabelle Haffke, Julia Müller, Lars Fischer, TenneT, BBV-Bezirksgeschäftsführer Oberpfalz Hubert Hofmann, Dominik Himmler, Bay. KulturLandStiftung. (Foto: Büro Flierl/Bergmann R.)

Der Ersatzneubau Ostbayernring ist eine 380-kV-Freileitung von Redwitz über Mechlenreuth und Etzenricht bis nach Schwandorf. Die Planung für den neuen Leitungsverlauf befindet sich derzeit im Planfeststellungsverfahren. Ein wichtiger Teil der Planfeststellungsunterlagen befasst sich mit dem Thema natur- und umweltfachliche Kompensation.

LANDKREIS SCHWANDORF Am Montagabend, 13. Mai, trafen sich der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander Flierl, Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes, des Bayerischen Jagdverbandes und der TenneT sowie Dominik Himmler von der Bayerischen KulturLandStiftung im Turmrestaurant Obermeier in Schwandorf, um das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Julia Müller, Genehmigungsplanerin des Ostbayernrings, stellte den Anwesenden zunächst den ermittelten Kompensationsbedarf für den Ostbayernring vor. Neben den ohnehin geplanten Kompensationsmaßnahmen unter der bestehenden und der neu geplanten Leitung geht es in erster Linie bei der Flächensuche um sogenannte Schwarz- und Bundbrachen für die Feldlerche sowie um gezielte Anlegung von Lerchenfenster. Insgesamt sucht TenneT für den Ostbayernring 5 ha dauerhafte Brutreviere für den scheuen Vogel sowie 22 ha temporäre Blühstreifenflächen. Dominik Himmler, Geschäftsführer der Bayerischen KulturLandStiftung, stellte im Anschluss anhand zahlreicher Praxisbeispiele die Umsetzungsmöglichkeiten solcher Maßnahmen in der Landwirtschaft vor.

Alexander Flierl, Mitglied des Landtags sowie Vorsitzender des Bayerischen Jagdverbands der Oberpfalz, begrüßt die Möglichkeit, den artenschutzrechtlichen Ausgleich als produktionsintegrierte Kompensation zu gestalten: „Wichtig ist, dass den Landwirten der Wert der zur Verfügung gestellten Flächen erhalten bleibt, die Flächen in der Produktion bleiben und das Anlegen sowie die Pflege von Blühflächen oder extensive Ackerwirtschaft finanziell entlohnt werden. Die Bayerische KulturLandStiftung verfolgt damit den richtigen Ansatz.“ Dadurch könnten zudem die Interessen der Landwirtschaft und der Jagd kombiniert werden, um verbesserte Lebensräume für wildlebende Tiere zu schaffen. Gleichzeitig bekräftigt Flierl die Anliegen der Jägerschaft: „Bei der Umsetzung der Maßnahmen und der Pflege der Flächen fordern wir die Berücksichtigung der Belange der Wildtiere. Beispielsweise muss bei den Mähzeiten Rücksicht auf die Brut- und Setzzeiten des Wildes genommen werden.“

Hubert Hofmann, Bezirksgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands in der Oberpfalz, fordert bei der Umsetzung des Ostbayernrings möglichst flächensparende Konzepte ein: „Richtig geplante und sinnvoll umgesetzte produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen können helfen, den dauerhaften Flächenentzug zu minimieren und die Landwirte vor Ort an der Wertschöpfung im Rahmen des Ausgleichsflächenmanagements teilhaben zu lassen. In Zusammenarbeit mit der Bayerischen KulturLandStiftung haben wir im Rahmen mehrerer Planungsverfahren sehr gute Erfahrungen mit produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen gemacht.“

Tennet strebt eine Zusammenarbeit mit der Bayerischen KulturLandStiftung an. Dafür muss das Projektteam Ostbayernring noch weitere Abstimmungen mit den zuständigen Fachbehörden treffen sowie die vergaberechtlichen Rahmenbedingungen prüfen. Unabhängig davon freut Julia Müller sich über die erfolgreiche Veranstaltung im Turmrestaurant Obermeier: „Gemeinsam mit allen Teilnehmern konnten wir heute wichtige Fragen klären und Verständnis für unsere Flächensuche schaffen. Wir sind bestrebt, alle Beteiligten frühzeitig einzubinden und verstehen unsere Maßnahmen als multifunktionalen Mehrwert für Artenschutz, Naturschutz und Landwirtschaft.“


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