23.04.2018, 17:04 Uhr

Katastrophenschutz Übung – fiktives Leck in der Mitteleuropäischen Rohölleitung fordert die EInsatzkräfte

(Foto: acceptphoto/123RF)(Foto: acceptphoto/123RF)

Am Samstag, 28. April, findet im Abschnitt B21 der Mitteleuropäischen Rohölleitung (MERO) zwischen den Schieberstationen LV 21 (bei Obereppenried) und LV 22 (bei Oberlangau) eine Ölwehr-Vollübung statt.

LANDKREIS SCHWANDORF Gegen 8 Uhr signalisieren die Leckerkennungssysteme in der Leitzentrale der MERO in Vohburg ein Leck im Schieberabschnitt B21. Die Leitzentrale geht unverzüglich gemäß Ölalarm- und Einsatzplan vor. Unter anderem. alarmiert sie die zuständige Integrierte Leitstelle (ILS) Amberg. Diese löst Ölalarm gemäß Katastrophenschutz-Sonderplan MERO für die Strecke B21 aus. Im Feuerwehrgerätehaus Oberviechtach wird eine Befehls- und Sammelstelle eingerichtet. Die vorbereiteten Ölsperren (Nummer 76 bis 84 im Landkreis Schwandorf und 85 bis 89 im Landkreis Neustadt an der Waldnaab) werden von den eingeteilten Feuerwehren in die Gewässer eingebracht, Löschgerät und Ölabsaug und -entsorgungsgerät wird bereitgehalten. Weitere Feuerwehren begehen die Fernleitung zur Lecksuche, Lagebeurteilung vor Ort und Lagemeldung ab. Nachdem alle Einheiten den Vollzug ihrer Aufgaben gemeldet haben und die Ölsperren durch die Feuerwehrführung und MERO besichtigt worden sind, kann die Übung beendet werden. Neben dem Einsatz der Katastrophenschutz-Einheiten überprüft MERO die Zusammenarbeit mit der Einsatzleitung und die eigenen internen Kommunikationswege.

Ölwehr der MERO

Beim Betrieb der MERO sind im rechnergestützten Leitsystem mehrere Verfahren zur Leckerkennung und -ortung gleichzeitig aktiv. Dazu werden zwischen den Pump- und Empfangsstationen ständig die Tankstände und die Durchflüsse gemessen und verglichen. Außerdem werden Messwerte der Drücke und Temperaturen in der Rohrleitung, die in den Schieberstationen entlang der Trasse ermittelt werden, in Echtzeit ausgewertet. Die Leitzentralen sind rund um die Uhr besetzt. Bei Schäden an den Fernleitungen, die die Leitsysteme anzeigen oder die von außen gemeldet werden, können jederzeit sofort alle notwendigen Aktionen eingeleitet werden. Die weitere Notfallvorsorge ist im so genannten Ölalarm- und Einsatzplan geregelt, nämlich die Alarmierung bei der zuständigen Integrierten Leitstelle (ILS) durch den Betreiber die Alarmierung festgelegter Katastrophenschutzkräfte und der Einsatzleitung durch die ILS die Aufgaben der Katastrophenschutzkräfte im Soforteinsatz die Alarmierung und Einsatz von betreibereigenem Bereitschaftspersonal und Fremdfirmen Damit die Katastrophenschutzkräfte ihre Aufgaben wahrnehmen können, hat MERO entlang der Leitungstrasse insgesamt 99 Ölsperren (davon je zwölf im Landkreis Schwandorf) in allen Fließgewässern, die von der Fernleitung gequert werden, eingerichtet und mit dem notwendigen Material versehen. Weiteres MERO-eigenes Ölwehr-Material lagert bei verschiedenen Feuerwehren. Nach Maßgabe des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, Bau und Verkehr, der Bezirksregierungen oder der Landratsämter finden regelmäßig Vollübungen statt, bei denen unter Bedingungen des Ernstfalles jeweils ein gesamter Schieberabschnitt der MERO beübt wird.

Kurzbeschreibung der MERO

Die Mitteleuropäische Rohölleitung (MERO) von Ingolstadt über Waidhaus nach Nelahozeves bei Prag dient der Versorgung der Tschechischen Republik mit Rohöl. Sie hat eine Gesamtlänge von 344 Kilometern, davon 179 Kilometer im Freistaat Bayern. Der Durchmesser der Rohrleitung beträgt 700 Millimeter. Die MERO hat eine Pumpstation in Vohburg an der Donau bei Ingolstadt. Sie ist durch 54 Schieberstationen (davon 28 im Freistaat Bayern) in verschließbare Abschnitte eingeteilt. Die Streckenlänge der MERO im Landkreis Schwandorf beträgt circa 21 Kilometer, teilbar in drei Schieberabschnitte (= „Strecken“). Die Leitung tritt südlich von Kulz in den Landkreis Schwandorf ein. Sie verläuft an Winklarn und Oberviechtach vorbei und verlässt den Landkreis bei Oberlangau Richtung Eslarn.

Die Leitung hat eine Erdüberdeckung von mindestens 1,0 Metern. Ein Steuerkabel ist längs der Leitung mitverlegt. Die Leitung liegt in einem Schutzstreifen von 5 m beidseits der Rohrachse. Im Schutzstreifen sind grundsätzlich alle Bauarbeiten verboten.


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