07.12.2017, 18:36 Uhr

Zum 1. Januar 2018 Neues aus Burglengenfeld – die Wassergebühren steigen, die Abwassergebühren bleiben stabil

Technik im Hochbehälter auf dem Kreuzberg: Für die zuverlässige Wasserversorgung rund um die Uhr geben die Stadtwerke durchschnittlich 1,34 Millionen Euro pro Jahr aus. (Foto: Archiv Stadtwerke Burglengenfeld)Technik im Hochbehälter auf dem Kreuzberg: Für die zuverlässige Wasserversorgung rund um die Uhr geben die Stadtwerke durchschnittlich 1,34 Millionen Euro pro Jahr aus. (Foto: Archiv Stadtwerke Burglengenfeld)

Zwölf Jahre lang waren die Wassergebühren in Burglengenfeld stabil, jetzt müssen sie erstmals seit 2006 angehoben werden. Ein Haushalt mit vier Personen muss ab dem 1. Januar 2018 monatlich 2,25 Euro mehr für das wertvolle Gut Wasser bezahlen. Der Preis pro Kubikmeter Wasser erhöht sich von 1,17 Euro auf 1,35 Euro. Das hat der Verwaltungsrat der Stadtwerke am Mittwoch auf Basis der Neukalkulation der Gebühren beschlossen. Die Gebühren für die Abwasserbeseitigung dagegen ändern sich nicht.

BURGLENGENFELD Stadtwerke-Vorstand Friedrich Gluth schilderte ausführlich die Gründe für die nötige Anpassung der Gebühren. Bei der Wasserversorgung handelt es sich um eine sogenannte kostenrechnende Einrichtung. Gemäß der gesetzlichen Bestimmungen bedeutet dies: Die Gebühren müssen so kalkuliert sein, dass alle finanziellen Aufwendungen, die für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit sauberem Trinkwasser nötig sind, mit den Einnahmen aus den Gebühren gedeckt werden können.

Die Instandhaltung der Trinkwasser-Brunnen, der Unterhalt von Gebäuden wie dem Mischbauwerk im Raffa, die Reparatur von Maschinen, die Beseitigung von Rohrbrüchen, Entschädigungszahlungen an Landwirte für den Schutz des Trinkwassers: All das zusammen verursacht Kosten, die über Gebühren gedeckt werden müssen. Besonders zu Buche schlagen die Personalkosten. Diese sind aufgrund tariflicher Erhöhungen im Zeitraum von 2006 bis 2017 um 27,57 Prozent gestiegen, erläuterte Gluth.

Insgesamt geben die Stadtwerke pro Jahr im Schnitt rund 1,34 Millionen Euro dafür aus, dass aus jedem Burglengenfelder Wasserhahn sauberes Trinkwasser fließt. Dem gegenüber stehen Einnahmen in Höhe von durchschnittlich 396.000 Euro. Die Differenz zwischen den Ausgaben und den Einnahmen muss aus dem Erlös, der für die verkaufte Wassermenge erzielt wird, gedeckt werden. Rund 700.000 Kubikmeter Wasser jährlich werden die Stadtwerke in den Jahren 2018 bis 2020 verkaufen. Auf dieser Basis erfolgte durch die Verwaltung die Neukalkulation mit dem Ergebnis: Die Verbrauchsgebühren müssen von bislang 1,17 Euro netto je Kubikmeter Wasserverbrauch angehoben werden auf 1,35 Euro je Kubikmeter. Die Grundgebühr dagegen bleibt auch in den kommenden drei Jahren unverändert. Das heißt: Für einen durchschnittlichen Hauswasserzähler ist eine Grundgebühr von jährlich 72,00 Euro zu entrichten.

Stadtwerke-Vorstand Friedrich Gluth stellte heraus, dass die Stadtwerke im langen Zeitraum von Anfang 2006 bis Ende 2017 auf Gebührenerhöhungen verzichten konnten. Finanzielle Mehrbelastungen blieben unter anderem dank des steten Einwohnerzuwachses aus: Neu angeschlossene Baugrundstücke bedeuteten auch höheres Gebührenaufkommen. Zudem betonte Gluth, dass bei den Stadtwerken stets auf „strikte Kostendisziplin“ geachtet werde. Jegliche Ausgaben würden stets auf Notwendigkeit geprüft. Die Preissteigerungen bei Lieferanten und der tariflich bedingte Anstieg der Personalkosten sei jahrelang „ohne Mehrbelastungen für die Wasserabnehmer abgefangen worden“. Nicht zuletzt könnten die Stadtwerke aufgrund ihrer rechtlichen Struktur als Kommunalunternehmen und Anstalt des öffentlichen Rechts erhebliche Gelder bei der Vergabe von Aufträgen einsparen. So können die Stadtwerke im Gegensatz zur Stadt bei Angeboten nachverhandeln.

Gluth: „Die Stadtwerke haben seit 2006 hervorragend gewirtschaftet, andernfalls wäre es gar nicht möglich gewesen, den Wasserpreis über einen so langen Zeitraum unverändert zu belassen.“ Nun aber machten die Ergebnisse der neuesten Berechnungen, die strikt an den gesetzlichen Vorgaben ausgerichtet sind, eine Erhöhung unumgänglich. Der Verwaltung sei es „auch mit noch so großen Anstrengungen nicht möglich“, eine Erhöhung des Wasserpreises zu vermeiden.

Keine Erhöhung der Abwassergebühren

Auch bei der Abwasserbeseitigung handelt es sich um eine kostenrechnende Einrichtung. Auch hier hatte nach den gesetzlichen Bestimmungen eine Neukalkulation zu erfolgen. Das erfreuliche Ergebnis: Die seit dem Jahr 2009 geltenden Abwassergebühren müssen nicht erhöht werden. In den Jahren 2018 bis 2020 bleibt es bei der bisherigen Einleitungsgebühr von 1,48 Euro pro Kubikmeter bezogenen Frischwassers. Und für einen durchschnittlichen Hauswasserzähler ist weiterhin eine Grundgebühr von 60,00 Euro jährlich zu entrichten. Ebenso unverändert bleibt die Niederschlagswassergebühr mit einem Betrag von 0,62 Euro je Quadratmeter.

Insgesamt geben die Stadtwerke pro Jahr im Schnitt fast zwei Millionen Euro für eine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung aus.


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