09.10.2019, 17:59 Uhr

Stimmung getrübt Energiewende-Barometer der IHK weiterhin im roten Bereich

(Foto: IHK)(Foto: IHK)

Viele Unternehmen in ganz Deutschland sehen hohe Energie- und insbesondere Stromkosten als Risiko für ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Höchste Zeit zu handeln, so der Konsens seitens der Wirtschaft. Das bestätigt auch das aktuelle IHK-Energiewende-Barometer, das die Auswirkungen der Energiewende auf die Geschäftstätigkeit der Unternehmen misst.

REGENSBURG An der Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) haben sich bundesweit über 2.100 Betriebe aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen beteiligt. Befand sich das IHK-Energiewende-Barometer 2017 mit plus 1,0 Punkten noch knapp im Plus, schlug dieser Wert 2018 mit minus 2,1 ins Negative um. Dieser Trend setzt sich im laufenden Jahr fort: Aktuell steht der Wert bei minus 3,1 Punkten.

Kernpunkt Versorgungssicherheit

Die aktuellen Strompreise und das Thema Versorgungssicherheit spielten dabei eine besondere Rolle, so Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. „Die Energiewende hinkt hinterher, das Ende von Atom- und Kohlestrom ist jedoch beschlossene Sache.“ Mit der Abschaltung der letzten Atomkraftwerke im Jahr 2022 entfalle in Süddeutschland eine gesicherte Leistung in erheblichem Umfang. Die Fertigstellung von Stromtrassen, die die wegfallende Kraftwerkskapazität beispielsweise durch Windkraft aus dem Norden kompensieren soll, sei jedoch bis dahin nicht absehbar. „Schlimmstenfalls führt das zu einem weiteren Anstieg der Strompreise, da alternative Kraftwerke, etwa auf Basis von fossilem Gas, mögliche Ausfälle auffangen müssten.“

Vor allem Firmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe treffen die hohen Kosten. Die IHK fordert daher seit langem ein Konzept für eine sichere, wettbewerbsfähige und zukunftsorientierte Energieversorgung. „Eine minimale Senkung der EEG-Umlage, wie sie kürzlich in Folge des Klimakabinett-Beschlusses in Aussicht gestellt wurde, wird nicht ausreichen, um die Unternehmen in der Region davon abzuhalten, ihre Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlagern. Zusätzliche Sorgen um die Versorgungssicherheit machen das nicht besser“, betonte Helmes.

Klimaschutz top, Bürokratie Flop

Neben Handlungsbedarf in Sachen Netzausbau und Strompreise zeigt das Energiewende-Barometer, dass die Unternehmen in Deutschland einen deutlichen Verbesserungsbedarf in der Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sehen, um die Energieversorgung künftig sicher, bezahlbar und umweltverträglich zu gestalten. Darüber hinaus ist der Klimaschutz ein bedeutendes Thema. Bundesweit investieren Betriebe nicht nur in Energieeffizienz, alternative Antriebe und eigene Stromerzeugungsanlagen, sondern befürworten im Grundsatz auch zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen.

Das IHK-Energiewende-Barometer 2019 finden sich im Internet unter www.ihk-regensburg.de.


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