14.06.2019, 18:10 Uhr

Siloplane, Schutzfolie und Sonstiges Ab ins Müllkraftwerk? – Besser nicht! Auch landwirtschaftliche Folien können wiederverwertet werden!

Michael Schmid (UWC AG), Thomas Hersina (Kreiswerke Cham). (Foto: Kreiswerke Cham)Michael Schmid (UWC AG), Thomas Hersina (Kreiswerke Cham). (Foto: Kreiswerke Cham)

Stetig steigende Müllmengen und sehr heizwertreiche Materialien, wie zum Beispiel landwirtschaftliche Folien bereiten dem Müllkraftwerk Schwandorf erhebliche Probleme. Steigende Anlieferpreise von bisher 150 Euro pro Tonne auf derzeit 350 Euro für Agrarfolien und bis zu 800 Euro bei geschäumten Kunststoffen (zum Beispiel Styropor, Fassadendämmungen) sind die Folge.

LANDKREIS CHAM Die Kreiswerke raten den Betroffenen wie bei allen gewerblichen Abfällen zur Getrennthaltung und Anlieferung bei bekannten Entsorgungsfirmen. Eine stoffliche Verwertung oder der Einsatz als Ersatzbrennstoff für Heiz- und Schweröl in der Industrie kann die umweltfreundlichere und günstigere Lösung sein. Die Umweltservice Cham AG (Cham, Bergfeldstrße15) nimmt am Dienstag, 25. Juni, Folien, Big-Packs und Umreifungsbänder aus Kunststoff an.

Agrarfolien sind ein fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Arbeit. Ob als Siloplane bei der Produktion von Tierfutter, als Schutzfolie auf Anbauflächen oder für sonstige Einsatzzwecke auf dem Bauernhof sind diese Kunststoffprodukte für viele Landwirte ein unverzichtbares Hilfsmittel geworden.

Am Ende Ihrer Nutzungszeit (manche Folien sind auch mehrfach einsetzbar) fallen diese jedoch als Abfall an und müssen folglich entsorgt oder besser verwertet werden.

Der klassische Weg ist immer noch die Müllverbrennung – hier im Landkreis Cham über den ZMS Schwandorf (Umladestation Willmering). Brennwertreiche Abfälle jedoch stellen den ZMS vor größere Probleme (weniger Mülldurchsatz, hohe technische Belastung der Anlagen). So hat der Zweckverband – wissend, dass es auch stoffliche Verwertungsmöglichkeiten für Kunststofffolien gibt – die Preise für hochkalorische, also brennwertreiche Abfälle deutlich erhöht, um die Verbrennungsanlage in Schwandorf damit zu entlasten.

Für die landwirtschaftlichen Betriebe bedeutet das, diese deutlich erhöhten Gebühren zu bezahlen, möglicherweise gar nicht mehr entsorgt zu werden oder alternative Verwertungsmöglichkeiten zu suchen. Im Rahmen der Gewerbeabfallberatung möchten die Kreiswerke Cham betroffene gewerbliche Abfallbesitzer bei Ihren Entsorgungsproblemen unterstützen.

In Zusammenarbeit mit der Umweltservice Cham AG (Bergfeldstraße 15, 93413 Cham) wurde ein Konzept entwickelt, das den Landwirten die Möglichkeit gibt, ihre Agrarfolien und Big-Packs – so wie es auch die Gewerbeabfallverordnung fordert – in eine sinnvolle, möglichst stoffliche Verwertung zu bringen. Unabhängig davon bieten auch andere bekannte Entsorgungsunternehmen vergleichbare Leistungen an.

Der erste mögliche Anliefertermin bei der UWC AG (Cham, Bergfeldstraße15) ist Dienstag, 25. Juni, in der Zeit zwischen 7.30 und 15.30 Uhr. Hier sollen erste Erfahrungen über Menge und Anlieferqualität gemacht werden. Weitere Anliefertermine sind in Planung und werden über die Presse bekannt gegeben. Für Rückfragen steht die UWC AG unter der Telefonnummer 09971/ 32452 gerne zur Verfügung. Auch die Kreiswerke Cham, Abfallberatung unterstützen dieses Projekt und können gerne unter der Nummer 09971/ 78573 telefonisch angefragt werden.


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