21.03.2019, 13:04 Uhr

Süd-Ost-Link Bund Naturschutz setzt sich für „dezentrale Energiewende in Bürgerhand“ ein

Der BN lädt neben dem TenneT-Frühstück zum Frühstück unter freiem Himmel ein, um über das für und wider von Trassen zu diskutieren. (Foto: Penelope Kemekenidou)Der BN lädt neben dem TenneT-Frühstück zum Frühstück unter freiem Himmel ein, um über das für und wider von Trassen zu diskutieren. (Foto: Penelope Kemekenidou)

Das Untermehmen TenneT hat Parlamentarier des bayerischen Landtags zu einem Frühstück eingeladen, um für den umstrittenen Neubau der Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung HGÜ Süd-Ost-Link zu werben. Der Bund Naturschutz in Bayern sieht das Vorhaben des Großunternehmens kritisch.

BAYERN „Der Beschluss für den Übertragungsnetz-Ausbau ist ein politischer Beschluss. Wir bitten unsere parlamentarischen Vertreter die Planungen substantiell zu verbessern. In Bayern muss die 10-H-Regel, die die Windenergie blockiert, abgeschafft und eine dezentrale Energiewende in Bürgerhand gefördert werden. Daher wenden wir uns heute an die Bayerischen Landtagsabgeordneten“ so Ronja Endres, Referentin für politische Kommunikation des Bund Naturschutz in Bayern. „Die neuen HGÜ-Leitungen werden vor allem dem transeuropäischen Stromtransport von Kohle- und Atomstrom dienen. Die aktuellen Planungen berücksichtigen auch den Kohleausstieg nicht. Wir fordern daher eine Umweltverträglichkeits- und Alternativenprüfung und einen schnellen Kohleausstieg“, so Ronja Endres weiter.

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT legt nun auch die Planungen einer Vorzugstrasse für den Bau der Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung Süd-Ost-Link von Sachsen-Anhalt bis nach Landshut vor. Diese zerschneidet Bayern in Oberfranken, in der Oberpfalz und in Niederbayern. Der Bau der über 500 Kilometer langen HGÜ-Leitung wird mit 40 Metern Breite eine große Schneise in die Landschaft, Wälder und Felder schlagen.

Die HGÜ-Leitungen, wie hier die Süd-Ost-Link, bringen die dezentrale Energiewende nicht voran. Die gesellschaftliche Notwenigkeit des Vorhabens für die dezentrale Energiewende ist bis heute nicht nachgewiesen. Die Bundesregierung hat bis heute eine Strategischen Umweltprüfung zur Alternativenprüfung eines dezentralen Energiekonzepts abgelehnt – EU-Richtlinien würden dies hingegen erfordern. Die Stromnetzplanung muss daher völlig neu aufgesetzt werden. Der Bund Naturschutz setzt auf eine dezentrale Energiewende, auf Bürgerenergie und Kommunen und technische Alternativen in einem neuen Strommarkt, mit deutlich geringeren Naturschäden.

„Unser Bundesverband Bund Umwelt und Naturschutz in Deutschland e. V. beteiligt sich seit vielen Jahren an Diskussionen über den Stromnetzausbau, mit Stellungnahmen und bei Antragskonferenzen in 2017 und 2018. Nun stellen wir fest, dass TenneT die vom BUND e. V., und vom Bund Naturschutz in Bayern e. V., sowie von bayerischen und bundesweiten Bürgerinitiativen und vielen Kommunen vorgetragenen Einwände und Vorschläge weitgehend ignoriert. Das schafft kein Vertrauen und bestärkt uns in unserer Ablehnung“, so Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz des BUND Naturschutz in Bayern.


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