19.02.2019, 10:32 Uhr

Zivilcourage ging nach hinten los Nachbar will helfen, weil er meint, ein Kind schreien zu hören – jetzt hat er die Polizei am Hals

(Foto: Sarah Pfluegler/123rf.com)(Foto: Sarah Pfluegler/123rf.com)

Oftmals wird beklagt, dass sich Menschen nicht mehr umeinander kümmern. Was der Nachbar tut, ist vielen nicht mehr wichtig. Einem 32-Jährigen aus Hof in Oberfranken aber war es nicht egal, was er da aus einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Alsenberger Straße hörte. Darüber berichtet die Polizeiinspektion Hof am Freitag, 15. Februar, unter der Überschrift „Verwechslung führt zu Schlägen“.

HOF Soll ich eingreifen oder nicht? Das fragen sich viele Menschen, wenn sie seltsame Geräusche aus der Nachbarwohnung oder aus dem Haus nebenan hören. Ist ein Kind in Gefahr? Wird hier eine Frau von ihren Ehemann – oder umgekehrt – geschlagen? Wird ein Tier misshandelt? Ein 32-jähriger Hofer nahm sich ein Herz, als er laute Kinderschreie aus einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses hörte, in dem er gerade zu Besuch war. Er klingelte kurzerhand an der betreffenden Wohnungstür, der 59-jährige Wohnungsinhaber machte auch sogleich die Türe auf. Als dann aber der 32-Jährige in dessen Wohnung wollte, um, wie er meinte, nach dem Rechten zu sehen, wurde das dem Nachbarn doch etwas zu viel, er drängte den Mann wieder aus der Wohnung. „Daraufhin verpasste der 32-Jährige dem Wohnungsinhaber mehrere Schläge gegen den Oberkörper, wobei das Opfer zu Boden ging, und verschaffte sich so Zutritt zur Wohnung. Danach schaute er sich in der Wohnung nach dem Kind um“, berichtet die Polizei.

In der Wohnung aber wurde dem 32-Jährigen dann schnell klar, dass hier gar keine Notlage vorliegt: Er fand kein Kind, dafür aber einen Papagei, der Laute von sich gab, die den Schreien eines Kindes ähneln. „Der 32-Jährige entschuldigte sich beim Wohnungsinhaber, der glücklicherweise nicht schwerwiegend verletzt wurde“, berichtet die Polizei in Hof. Aber: „Nichtsdestotrotz erwartet den jungen Mann nun eine Strafanzeige wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruchs.“

Grundsätzlich ist es natürlich vorbildlich, wenn sich Nachbarn oder auch Besucher kümmern. Aber niemand soll sich selbst in Gefahr begeben oder gar Gefahr für andere werden. Zuzuschlagen, ist kein adäquates Mittel. Um die Anzeige kommt der 32-Jährige also nicht herum. Die gut gemeinte Aktion ging in diesem Fall gründlich nach hinten los ...


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