01.10.2018, 12:59 Uhr

Meinungsaustausch Bund Naturschutz zu Gast bei Landrätin Tanja Schweiger

Andre Suck, Maria Politzka, Petra Filbeck Walter Nowotny, Dr. Herbert Barthel, Harald Hillebrand, Landrätin Tanja Schweiger, Raimund Schoberer (BN). (Foto: LRA Regensburg, Claudine Pairst)Andre Suck, Maria Politzka, Petra Filbeck Walter Nowotny, Dr. Herbert Barthel, Harald Hillebrand, Landrätin Tanja Schweiger, Raimund Schoberer (BN). (Foto: LRA Regensburg, Claudine Pairst)

Bei einem gemeinsamen Austausch zwischen Vertretern der Kreisgruppe des Bund Naturschutz und Landrätin Tanja Schweiger wurden die Themen Ausbau der Erneuerbaren Energien und Elektromobilität im Landkreis Regensburg besprochen.

LANDKREIS REGENSBURG Sachgebietsleiterin Maria Politzka und Klimaschutzmanager Dr. André Suck berichteten, dass der Landkreis beim Thema E-Mobilität eine Vorreiterrolle spiele. Mittlerweile befinden sich sechs Ladesäulen im Eigentum des Landkreises an folgenden Standorten: Realschulen Neutraubling, Obertraubling, Regenstauf, Gymnasium Lappersdorf, Kreisklinik Wörth an der Donau und Landratsamt Regensburg. Zudem ist mittlerweile die zweite Stufe des eCarsharing-Projekts der KERL eG in Umsetzung, jetzt mit standortgebundenen Fahrzeugen befristet für zwei Jahre. Zwei E-Fahrzeuge am Landratsamt Regensburg und in der Gemeinde Wiesent werden schon fleißig genutzt. Weitere sieben E-Autos stehen spätestens bis Ende 2018 in den Kommunen, Neutraubling, Obertraubling, Pentling, Pettendorf, Regenstauf, Schierling und Sinzing bereit.

Zudem wird seit 2014 jährlich eine Elektromobilitätsmesse im Landkreis Regensburg abgehalten. Bisher fanden diese in Wiesent und Aufhausen statt. In diesem Jahr wurde die Messe am 29 September in der Gemeinde Sinzing zusammen mit dem dortigen Bürgerfest veranstaltet. Der Landkreis selbst stellt seinen Fuhrpark schrittweise auf Elektromobilität um. Derzeit befinden sich im Fuhrpark acht reine E-Fahrzeuge, ein Hybrid-Fahrzeug und ein Dienst-Pedelec.

Die Dienstgebäude 1 und das Gymnasium Lappersdorf wurden als Niedrigstenergiegebäude ausgebaut, Sanierung und Neubau des Gymnasiums Neutraubling sind im Energieplus-Standard geplant, zudem gibt es ein kommunales Energiemonitoring für die Liegenschaften des Landkreises.

Für ein Solardachkataster im Landkreis läuft derzeit die Ausschreibung, der Online-Start erfolgt noch in diesem Jahr. Regelmäßige Treffen des Netzwerks der kommunalen Energiebeauftragten tragen interessante Ideen in die Kommunen. So fand beispielsweise bereits im November 2015 ein Workshop zur Modernisierung der Straßenbeleuchtung mit den kreisangehörigen Gemeinden statt. Zudem gab es eine Exkursion in die Vorbild Gemeinde Ascha, unter Anderem zum Thema - solare Straßenbeleuchtung

Für den Bund Naturschutz Bayern wünschen sich Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz, und Petra Filbeck, aus der Kreisgruppe Regensburg, dass die Gemeinden, die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED möglichst umgehend abschließen. Teile des Landkreises Amberg-Sulzbach seien schon komplett auf LED umgestellt und hätten dadurch die Stromkosten um ein Vielfaches gesenkt. Auch deutlich mehr PV-Nutzung der Dachflächen - gerade im Gewerbebereich - und ökologisch verträgliche PV-Freiflächenanlagen können die Region Regensburg bei der dezentralen Energiewende weiter voranbringen, so Raimund Schoberer, Vorsitzender der Kreisgruppe Regensburg des BUND Naturschutz.

Wenn im Jahre 2018 im Hambacher Forst bis zu 300 Jahre alte Eichen und Hainbuchen für den Kohleabbau gerodet werden, sei das aus Sicht des BUND Naturschutz Bayern nicht vermittelbar. Ökologisch und aus Sicht des Klimaschutzes bewege sich Deutschland damit in der „Steinzeit“. Bayern und die Region Regensburg brauchen daher die dezentrale Energiewende, damit nicht noch mehr schmutziger und billiger Braunkohlestrom nach Bayern geliefert wird und dadurch mit Preisdumping der dezentrale Ausbau der Erneuerbaren Energien be- oder sogar verhindert wird, so Walter Nowotny, aus dem Vorstand der Kreisgruppe Regensburg des Bund Naturschutz.

Abschließend erklärte Landrätin Tanja Schweiger, dass im Landkreisgebiet Regensburg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mittlerweile gut zwei Drittel des Gesamtstromverbrauchs entsprechen. In den eigenen Liegenschaften tragen die erneuerbaren Energien bereits zu gut einem Drittel an der Wärme- und Kälteerzeugung bei. Auch hier ist der Landkreis vorbildhaft: Bis 2020 schreibt der Bundesgesetzgeber einen Erneuerbaren-Energien-Anteil von 14 Prozent an der gebäudebezogenen Energieversorgung vor.Zusätzlich bezieht der Landkreis seit Anfang diesen Jahres für sämtliche Liegenschaften hochwertigen Öko-Strom.


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