21.07.2018, 12:19 Uhr

Kritik nach Fachgespräch in Regensburg Freie Wähler warnen vor „trassenpolitischem Irrgarten“

Ist gemeinsam mit den Freien Wählern im Landkreis ein entschiedener Gegner der Süd-Ost-Link-Trasse: Landtagskandidat Tobias Gotthardt, hier bei einer „Trassenwanderung“ mit FW-Kommunalvertretern bei Eitlbrunn. (Foto: Hans-Peter Landsmann)Ist gemeinsam mit den Freien Wählern im Landkreis ein entschiedener Gegner der Süd-Ost-Link-Trasse: Landtagskandidat Tobias Gotthardt, hier bei einer „Trassenwanderung“ mit FW-Kommunalvertretern bei Eitlbrunn. (Foto: Hans-Peter Landsmann)

Zahlreiche Kommunalpolitiker aus der gesamten Region waren zum Fachgespräch „Information zur Festlegung des Süd-Ost-Link-Korridornetzes“ ins Regensburger Kolpinghaus geladen. Scharfe Kritik an der gesamten Planung der internationalen Stromtransit-Trasse kommt derweil von Tobias Gotthardt, Landtagskandidat der Freien Wähler.

LANDKREIS REGENSBURG „Das Fachgespräch der Tennet zur Trassenführung im Korridorabschnitt D kann weder Bürger noch Kommunalpolitiker im Landkreis zufrieden stellen. Wer, wie Tennet sagt „Es kommt, wie‘s kommt, auf irgendeiner Trasse“, der führt nebulöse Selbstgespräche, keinen Dialog“, so Gotthardt. Keines der regionalen Probleme sei gelöst, keine Frage beantwortet: „Es bleibt bei einem heimatzerstörenden Geflecht von Trassenvarianten. Unser Landkreis ist ein trassenpolitischer Irrgarten“. Die Freien Wähler blieben deshalb – mit Bürgern und Kommunen – klarer Gegner der Trasse „und Verfechter einer dezentralen, regionalen Bürgerenergie“.

Für den Kandidaten ist klar: „Unser Landkreis ist weit mehr betroffen als jede andere Region in Bayern. Knapp 20 Varianten nehmen unsere Kommunen – von Kallmünz und Steinsberg über Bernhardswald, Brennberg und Donaustauf bis nach Sünching und Aufhausen – in die Mangel der Gleichstromtrasse“. Ziel bleibe es deshalb, sich gar nicht einwickeln zu lassen vom „Verschiebebahnhof für die Sankt-Florians-Taktik der Netzbetreiber: Weder lokale Bedenken, drohende Einschnitte in Natur und Landschaft noch grundsätzliche Vorbehalte gegen die Notwendigkeit der überdimensionierten Trassen kommen zum Tragen.“

Entsprechend konsequent blieben er und die Freien Wähler bei dem Thema: „Nennen Sie es in diesem Fall ruhig Fundamentalopposition - sie ist faktenbasiert“, so Gotthardt. Unverantwortlich sind für ihn „die politischen Nebelkerzen von CSU, SPD und Grünen in Bayern: Der Süd-Ost-Link dient nicht dem Windstrom aus der Ostsee – er beginnt in Wolmirstedt bei Magdeburg – da gibt es alte Kohlemeiler, keine Ostsee-Energie“. Und so werde ein Süd-Ost-Link, wenn er denn komme, „erstmal einen Haufen dreckiger Kohleenergie an die Isar liefern - und damit die Zukunft der großkonzernschen Kohleenergie zementieren“.

Auch in Bayern, so Gotthardt, werde „ohne die Monstertrasse kein Licht ausgehen“. Im Gegenteil: Statt in regionale Versorgung und eine strompolitisch unabhängige Bürgerenergie zu investieren, bezahlten die Stromkunden aktuell eine sündhaftteure Trasse und horrende Gewinnmarchen internationaler Investoren. „All das dient allein dem grenzübergreifenden Stromtransfer von Nord nach Süd.“ So ende der Süd-Ost-Link in Ohu - am parallelen Startpunkt der Transitstrecke durch Österreich - beide Teil der transeuropäischen Strommagistrale PCI 3.12. „Und die EU weiß genau, warum sie das - Stand: März 2018 - mit über 70 Millionen Euro fördert.“

Für die Freien Wähler sei und bleibe deshalb klar: „Wir bleiben bei unserem klaren Nein zur Trasse - und einem nachdrücklichen Ja zur regionalen, dezentralen Bürgerenergie“. Deren Potential habe die Staatsregierung bis heute nicht wirklich erfassen lassen. „Wir wollen eine echte, nachhaltige Energiewende und sagen: ja, das kann Bayern auch alleine – wenn es will.“


0 Kommentare