29.06.2018, 16:41 Uhr

Trouble wegen Pfau Maxl Nachbarn genervt von Bauernhof-Gast


Beschwerden wegen lautem Geschrei und Hinterlassenschaften des Pfaus

KIRCHDORF A. INN Seit mehreren Monaten ist ein tierischer Tourist in Kirchdorf unterwegs, ein junger Pfau. Mit seinen Hinterlassenschaften und dem lauten Geschrei sorgt der schöne Vogel allerdings für jede Menge Ärger in der Inntal-Gemeinde.

Aber eins nach dem anderen: Laut Reinhard Rothbauer (63) und seiner Lebensgefährtin Vera H. (53) habe sich der Pfau im Januar das erste Mal auf ihrem Bauernhof gezeigt. Danach habe sich Maxl, wie ihn das Paar nennt, für längere Zeit nicht mehr blicken lassen, bis er vor rund vier Monaten zurückkehrte und seitdem regelmäßig bei ihnen zu Gast ist.

Die Nachbarn sind dagegen weniger erfreut über ihren Dauergast. Maxl ist mit seinen Schreien zu laut. Auch seine Hinterlassenschaften auf privaten Grundstücken sind ein Problem. Wie das Paar berichtet, hat der Pfau auch schon vor dem Rathaus sein großes Geschäft erledigt.

Der Gemeinde sollen bereits mehrere Beschwerden vorliegen. Ende Mai erhielt das Paar daher von Kirchdorfs ersten Bürgermeister Johann Springer einen Brief. „Aufgrund dessen, dass Sie den Pfau frei auf Ihrem Grundstück halten, werden die umliegenden Anwohner durch starke Verschmutzung der eingefriedeten Grundstücke und durch den durchdringenden Revierruf belästigt“, heißt es darin.

Und weiter: „Wir bitten Sie daher, zur Vermeidung weiterer Beschwerden für eine ordnungsgemäße Unterbringung (Voliere oder dergleichen) zu sorgen“ – für ein „harmonisches Miteinander“.

Das Paar könne die Aufregung um Maxl und den Vorschlag einer Voliere nicht nachvollziehen: „Wie soll das gehen? Er lässt sich nicht einfangen und ist sehr scheu. Wenn man auf ihn zu geht, haut er ab“, so die 53-Jährige. Reinhard Rothbauer ergänzt: „Er kommt und geht. Da kann man nichts machen.“

Auch ein Polizeibeamter sei schon bei ihnen gewesen, berichtet Rothbauer. Der Beamte sei aber wieder gefahren: „Er hat gemeint, von dem Pfau geht keine Gefahr aus“, erzählt der 63-Jährige. Dem Paar sei sogar von privater Seite vorgeschlagen worden, den Pfau zu erschießen. „Wem tut der Vogel etwas? Muss ich gleich alles abknallen?“, ist Vera H. empört.

Und was passiert nun mit Maxl? Das Wochenblatt hat mit Kirchdorfs Bürgermeister Johann Springer gesprochen: „Von dem Pfau geht keine Gefahr für Leib und Leben aus, dass man als Gemeinde akut einschreiten muss. Der Pfau ist ein schönes Vieh, aber er schreit – teilweise um 4 Uhr in der Früh –, sitzt oft auf Terrassen und lässt dort seine Hinterlassenschaften zurück. Da sind die Nachbarn natürlich nicht ‚amused‘. Bei dem Pfau scheiden sich die Geister.“

„Die Gemeinde könnte einen Tierarzt beauftragen, der den Pfau mit geeigneten Mitteln betäubt. Möglich wäre dies aber nur auf gemeindlichen (öffentlichen) Grundstücken, nicht auf privaten Gelände.“ Ein Einschreiten sei allerdings schwierig: „Er bewegt sich großräumig und man weiß nicht, wann und wo er wieder auftaucht. Dazu ist er noch ziemlich schnell und kann gut fliegen.“ Und: „Wo tut man den Vogel hin, wenn das Betäuben klappt?“

Das kann also noch spannend werden, zumal Vera H. überlegt, für Maxl eine Pfau-Dame zu holen, „damit er nicht so alleine ist“. Ob das den Nachbarn gefallen wird?


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