21.06.2018, 13:38 Uhr

Projekt „Landkreishonig“ Honig von den Blühwiesen des Landkreises

Anneliese Höfellner (hinten v. li.), Walter Höfellner, Landrat Michael Fahmüller, Leiter Kreisentwicklung Waldemar Herfellner, Geschäftsführer Landschaftspflegeverband Rainer Blaschke, sowie Leon Wagenhofer (vorne v. li.), Lena Brunner und Leiter Gruppe Naturschutz Josef Mayerhofer. (Foto: Landratsamt Rottal-Inn)Anneliese Höfellner (hinten v. li.), Walter Höfellner, Landrat Michael Fahmüller, Leiter Kreisentwicklung Waldemar Herfellner, Geschäftsführer Landschaftspflegeverband Rainer Blaschke, sowie Leon Wagenhofer (vorne v. li.), Lena Brunner und Leiter Gruppe Naturschutz Josef Mayerhofer. (Foto: Landratsamt Rottal-Inn)

Projekt „Landkreishonig“ der Unteren Naturschutzbehörde und Kreisentwicklung soll Blühwiesen fördern

ROTTAL-INN Durch die Abnahme von Blütenpflanzen und Wildkräutern fehlt es mittlerweile vielen Insekten an Nahrungsquellen. Früher gab es häufig an Ackerflächen Feld- und Wegraine, die Heimat von Bienen, Schmetterlingen, Rebhühnern und anderen Tier- und Pflanzenarten waren. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Grünen-Fraktion am 4. Dezember 2017 einen Antrag für einen insektenfreundlichen Landkreis in der Kreistagssitzung eingebracht, welcher auch einstimmig beschlossen wurde.

Die Kreisentwicklung wurde beauftragt, ein Projekt „Blühender Landkreis Rottal-Inn“ ins Leben zu rufen. Dabei sollen Bürger, Vereine und Praktiker beteiligt werden, um gemeinsam noch mehr natürlichen Lebensraum für Insekten zu schaffen.

Amtsintern laufen bereits Abstimmungen und Recherchen zwischen der Unteren Naturschutzbehörde und der Kreisentwicklung, die in Zusammenarbeit mit weiteren Ämtern und Verbänden im Landkreis in einen Aktionsplan münden werden.

Als erstes Projekt im Rahmen des insektenfreundlichen Landkreises wurde jetzt der „Landkreis-Honig“ ins Leben gerufen.

Insekten hätten es in Teilen des Landkreises nicht leicht, sagt Josef Mayerhofer, Leiter der Gruppe Naturschutz am Landratsamt Rottal-Inn. Es gebe an vielen Stellen kaum noch Pflanzen, die sie anfliegen und als Lebensraum nutzen könnten.

Um den Blühwiesen mit ihren Insekten die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen, lässt der Landkreis Rottal-Inn einen eigenen Honig aus den Blühflächen des Landkreises anfertigen. Dazu wurden sechs Bienenvölker angemietet, die von den erfahrenen Imkern Anneliese und Walter Höfellner aus Voglarn betreut werden. Die Bundesfreiwilligendienstleistende Lena Brunner und Leon Wagenhofer, von denen auch die Idee zu einem landkreiseigenen Honig kam, kümmern sich um die Bienenvölker und um den Standort. Die landkreiseigenen Blühwiesen in Steinbach bei Zimmern sind der ideale Ort für die Bienen, um genügend Nektar zur Honigerzeugung ergattern zu können. Diese Ökofläche wurde vor zehn Jahren angelegt und seither vom Landschaftspflegeverband Rottal-Inn gepflegt.

Die Fläche dient unter anderem dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen für Bienen und Hummeln. Zudem bietet dieser Lebensraum auf ganz natürliche Art Futterquellen und Rückzugsmöglichkeiten für andere Insekten und kleinere Wildtiere. Vor allem die Wildbienen sind wichtig für das Ökosystem und die Artenvielfalt. Denn sie bestäuben auch die Blüten von seltenen Blumenarten, die von der Honigbiene nicht angeflogen werden.

Bei den Blühwiesen geht es letztendlich darum, eine lebenswerte und gleichwohl wertvolle Kulturlandschaft zu erhalten, die über Generationen von bäuerlichen Familienbetrieben geschaffen wurde. „Ich freue mich, dass das Projekt nun soweit ist und wir bald die Möglichkeit haben, den Honig von den landkreiseigenen Blühwiesen genießen zu können.“, sagte Landrat Michael Fahmüller. „Wir erhoffen uns durch dieses Projekt ein Umdenken im Bereich des Insekten- und Artenschutzes anstoßen zu können.“

Der Honig wird zukünftig als Präsent genutzt und wird in 200 Gramm- und 500 Gramm-Gläsern mit eigens entworfenen Etiketten in den Farben des Landkreises angeboten.


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