22.04.2018, 09:00 Uhr

Einsame Jungtiere Jagdverband warnt vor falscher Tierliebe im Frühjahr

Ein einsames Kitz im Dickicht weckt bei vielen Menschen den Beschützerinstinkt. Der Bayerische Jagdverband mahnt jedoch, von Jungtieren Abstand zu halten. (Foto: Bayerischer Jagdverband)Ein einsames Kitz im Dickicht weckt bei vielen Menschen den Beschützerinstinkt. Der Bayerische Jagdverband mahnt jedoch, von Jungtieren Abstand zu halten. (Foto: Bayerischer Jagdverband)

Brut- und Setzzeit hat begonnen: Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes mahnt: Abstand halten von Jungtieren

ROTTAL-INN Von Ende April bis Anfang Juni erreichen die Brut- und Setzzeiten in Feld und Wald ihren Höhepunkt. Der Bayerische Jagdverband warnt vor falscher Tierliebe. Während die Jungtiere von Fuchs und Wildschwein, Stockente und Hase bereits erste Gehversuche wagen, erwarten die Jäger in den nächsten Wochen die ersten Rehkitze im Revier. Manchmal liegt die Kinderstube unserer Wildtiere an viel begangenen Wegen oder in unmittelbarer Nähe zu Ortschaften.

Da heißt es, Abstand halten. Der kleine Hase in der Wiese oder das einsame Kitz im Dickicht wecken bei vielen Menschen Beschützerinstinkt. Doch Axel Kuttner, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Eggenfelden warnt: „Allein ist nicht gleich verwaist. Die Jungtiere ducken sich ins Gras oder auf den Boden und tarnen sich so vor ihren Fressfeinden.“

Rehkitze und kleine Hasen kommen nahezu ohne eigenen Körpergeruch auf die Welt. Tiermütter, die das Leben ihres Nachwuchses schützen wollen, legen die Kleinen daher in Wiesen oder im Wald ab und suchen es nur zum Füttern auf, um das Versteck durch ihre eigene Witterung nicht an Fressfeinde wie Fuchs und Marder, Dachs oder Greifvogel zu verraten.

Von Dackel bis Dobermann – Hunde haben einen natürlichen Jagdinstinkt. Deshalb appelliert Kuttner an das Verantwortungsbewusstsein der Haustierbesitzer: „Bleiben Sie in der Brut- und Setzzeit grundsätzlich auf den ausgewiesenen Wegen und führen sie ihre Vierbeiner an der Leine, wenn sie nicht auf Ruf oder Pfiff reagieren. Denn die Jungtiere sind trotz guter Tarnung freilaufenden Hunden schutzlos ausgeliefert und bieten eine leichte Beute“, erklärt Kuttner.

Auch für die werdenden Muttertiere besteht Gefahr. Unmittelbar vor der Geburt sind sie stressempfindlich. Ein frei laufender Hund kann eine Rehgeis über die Straße hetzen und so einen Wildunfall provozieren oder auch eine Fehlgeburt verursachen.

Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn sie beim Spazierengehen einer Bache mit Nachwuchs begegnen. Wildschweine sind wehrhaft und verteidigen ihre Frischlinge. Hunde, die sich zu nah an den Nachwuchs wagen, können schwer verletzt werden.


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