06.07.2018, 10:49 Uhr

23 neue Unkenschützer Glückwunsch den ersten frischgebackenen Unkenbetreuern

(Foto: Foto: Landratsamt Freising)(Foto: Foto: Landratsamt Freising)

„23 neue Unkenschützer – das ist ein toller Erfolg“, stellte die Projektkoordinatorin Dr. Miriam Hansbauer am Ende des ersten Ausbildungslehrgangs zum „Unkenbetreuer“ fest. Der Kurs fand kürzlich im Rahmen des Projektes „Allen Unkenrufen zum Trotz“ in Kooperation mit dem Bund Naturschutz Mühldorf und der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) erstmalig statt.

AMPFING Die Gelbbauchunke ist eine faszinierende Amphibienart, deren Bestände in Bayern dramatisch abnehmen. Im Rahmen des Projektes fließen in fünf Jahren insgesamt 670.000 Euro in verschiedene Maßnahmen, so dass sich die Bestände der Gelbbauchunke bis zum Ende der Laufzeit am 30. Juni 2021 möglichst verbessert haben werden.

Die 23 ambitionierten Ehrenamtler, die sich trotz Fußball-WM einen ganzen Samstag Zeit genommen hatten, waren aus ganz Bayern in den Projektlandkreis Mühldorf nach Ampfing angereist, um sich für den Schutz dieser Tierart zu engagieren. Ihnen wurden in Theorie und Praxis die zentralen Inhalte zu Biologie und Schutz von Gelbbauchunke, Wechsel- und Kreuzkröte vermittelt.

Nach einer Begrüßung durch die Projektkoordinatorin Dr. Miriam Hansbauer erläuterte Amphiebenexperte Dr. Andreas Zahn (Bund Naturschutz Mühldorf) die Besonderheiten und Gemeinsamkeiten der drei streng geschützten Amphibienarten und Dirk Alfermann, ebenfalls Projektmitarbeiter, stellte ein paar erfolgreiche Gelbbauchunkenschutzprojekte vor. Die Veranstaltung wurde von Hannes Krauss moderiert, der als Vertreter der ANL die Organisation übernommen hatte.

Nachmittags ging es auf Exkursion nach draußen und Dr. Zahn führte die Teilnehmer in eine ehemalige Kiesgrube, die heute dem BN gehört. Neben vielen anderen hochwertigen Naturschutzmaßnahmen, konnten die Unkenbetreuer in spe auch den neuen Unkentümpel begutachten, der erst im Vorjahr durch das Projekt finanziert worden war. Die zweite Station war ein noch aktives Kieswerk. Dass sich auch dieser Lebensraum bestens für die Unke eignet, bewiesen der Laich und die relativ großen Kaulquappen, die dort zu finden waren.

Mit diesem Wissen bestens ausgerüstet, nahmen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Abschlussprüfung teil – und bestanden auch. Dr. Miriam Hansbauer konnte im Anschluss allen zum „geprüften Unkenbetreuer“ gratulieren und hofft nun auf aktiven Unkenschutz auch weit über das Projektgebiet hinaus.

Da ein großer Teil der Weltpopulation der Gelbbauchunke (Bombina variegata) in Deutschland vorkommt, hat Deutschland für dieses Tier eine ganz besondere Verantwortung. Durch das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“, das Teil des „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“ ist, wird dieser Verantwortung Rechnung getragen.

Die Gelbbauchunke fühlt sich in kleinen Gewässern, Quelltümpeln, Viehweiden, aber auch Pfützen und wassergefüllten Fahrspuren wohl: hier legt sie ihre Eier ab. Doch durch Trockenlegungen und Straßenbauten sind diese Laichgewässer immer weniger geworden, und in der Folge auch die Tiere. Ziel ist es nun, neue Lebensräume zu schaffen, Biotope aufzubessern und zu vernetzen, um die Unkenwanderung wieder zu ermöglichen. Dazu braucht es engagierte Grundeigentümer und Kiesabbauunternehmen sowie Privatpersonen, die die Laichgewässer freiwillig erhalten und pflegen. Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sollen ebenso eingebunden werden, wie Gemeinden und Schulen. Mit im Boot sind auch das Wissenschaftszentrum Weihenstephan mit der TU München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die mit ihrem Fachwissen zum Gelingen des Projekts beitragen können.

Träger des Projektes „Allen Unkenrufen zum Trotz“ sind die Landkreise Freising, Altötting und Neuburg-Schrobenhausen, der BUND Naturschutz in Bayern e. V. mit seinen Kreisgruppen Altötting, Erding, Freising, Mühldorf a. Inn, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen a. d. Ilm. Die Landkreise Freising, Altötting, Neuburg-Schrobenhausen sowie der BUND Naturschutz e.V. haben zum Zweck der Umsetzung des Projektes eine Trägergemeinschaft gebildet, für die der Landkreis Freising die Geschäftsführung übernommen hat.


0 Kommentare