27.11.2019, 17:00 Uhr

Jährliche Errosionsgespräche Erosionsspezialisten inspizieren „boden:ständig“-Projekte im Landkreis Kelheim

(Foto: Klaus Amann)(Foto: Klaus Amann)

Spezialisten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, des Landesamtes für Umwelt, der Technischen Universität München, der Universität Augsburg, der Ländlichen Entwicklung und der Landwirtschaft- und Wasserwirtschaftsverwaltung kamen nach Langquaid, um sich im Zuge des jährlich stattfindenden „Erosionsgesprächs“ vor Ort ein Bild über praktische Maßnahmen zum Erosionsschutz zu machen.

LANGQUAID Ein besonderes Interesse lag dabei auf „boden:ständig“-Projekten im Landkreis Kelheim, die im Rahmen der Initiative des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern realisiert wurden.

„Ressourcenschutz ist für unsere Generation eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben überhaupt und dabei nimmt vor allem der sinnvolle Umgang mit Wasser und Boden eine entscheidende Rolle ein. Dass wir von kommunaler Seite den Erosionsschutz ernst nehmen, zeigt sich auch darin, dass in den vergangenen zwei Jahren über 200.000 Euro in Bodenschutz- und Rückhaltemaßnahmen investiert wurden. Kluge und innovative Lösungsansätze sind dafür notwendig. Umso mehr freut es mich, dass sich die Expertenrunde für unsere Maßnahmen interessiert“, so Bürgermeister Herbert Blascheck.

Das sogenannte „Erosionsgespräch“ ist eine bayernweite Veranstaltung unter der Federführung des Instituts für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz der LfL in Freising-Weihenstephan mit dem Ziel, Experten aus Wissenschaft und Praxis, aus Landwirtschaft und Ländlicher Entwicklung, aus Wasserwirtschaft und Umweltschutz zusammenzubringen und sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich des Bodenschutzes auszutauschen.

„Das vorhandene Wissen unter den unterschiedlichen Disziplinen aber auch zwischen Theoretikern und Praktikern auszutauschen ist von entscheidender Bedeutung für beide Seiten. Wir können mit unseren Rechenmodellen die Kommunen und Landwirte unterstützen, wir brauchen aber auch die Rückkopplung aus der Praxis. Umso wichtiger sind für uns engagierte Landwirte und Kommunen, die neue Wege beschreiten. Das Aktionsbündnis ‚boden:ständig‘ der Verwaltung für Ländliche Entwicklung ist für uns eine hervorragende und wichtige Initiative, um wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu bringen“, so Florian Ebertseder Organisator des Erosionsgesprächs und Leiter der Arbeitsgruppe Bodenphysik und Erosionsschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

Felix Schmitt, Projektbetreuer vom Landschaftspflegeverband Kelheim VöF stellt zuerst in Theorie und dann in Praxis die Entwicklung, Planung und Umsetzung von Rückhaltemaßnahmen vor. Beispielhaft wurden unter anderem die Erosionsschutzmaßnahmen in Adlhausen vorgestellt, die zusammen mit dem landwirtschaftlichen Betrieb Frauenhofer realisiert wurden. Kernelement der Wasserrückhaltung der „boden:ständig“-Projekte im Landkreis Kelheim ist die geschickte Koppelung von kleineren Maßnahmen mit dem Ziel, die Abflussgeschwindigkeit des Wasser und damit auch die Schlammfrachten zu reduzieren. „An den richtigen Stellen reichen oft schon kleinere Rückhaltebecken, Querriegel, die Aufweitung von Abflussgräben oder die Änderung des Bewuchses, um in der Summe doch einen beachtlichen Erosionsschutz zu erreichen“, so der Fachmann.

Boden ist ein wertvoller Schatz. Im Landkreis Kelheim gibt es hervorragende Böden, die sich ausgezeichnet beispielsweise für Getreide-, Hopfen- oder Spargelanbau eignen. Aber diese Böden sind empfindlich – und man muss handeln, um sie zu erhalten. Wenn als Ergebnis weniger Wasser vom Feld abläuft und weniger Boden abgespült wird, profitieren neben den Gewässern davon auch die Menschen, die an Gräben, Bächen und Flüssen wohnen und die Landwirte, die ihre Produktionsgrundlage bewahren.

„Es gibt keine Patentrezepte, wir brauchen standortspezifische Projektansätze. Mit Hilfe von „boden:ständig“ haben wir ein Instrument an der Hand, mit dem wir vor Ort Konzepte mit den Verantwortlichen ausarbeiten können. „boden:ständig setze auf freiwilliges Engagement und das bislang auf durchaus erfolgversprechende Weise“, so Geschäftsführer Klaus Amann vom Landschaftspflegeverband Kelheim VöF.


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