10.10.2019, 10:49 Uhr

Flurneuordnungsverfahren Donautalprojekt auf Kurs– hohes Verkaufsinteresse der Privateigentümer

Blick vom Galget ins Donautal. (Foto: VöF, Andreas Frahsek)Blick vom Galget ins Donautal. (Foto: VöF, Andreas Frahsek)

Das Donautal zwischen Neustadt an der Donau und Kelheim mit seinen flussbegleitenden Auen und Leitenhängen zählt zu den wertvollsten Fluss- und Auenlandschaften Bayerns und Deutschlands, da es sich hier neben dem Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen um den letzten frei fließenden Abschnitt der Donau handelt, der zudem ein sehr hohes ökologisches Entwicklungspotenzial aufweist.

KELHEIM Der offizielle Startschuss für das vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Donautalprojekt ist am 18. Dezember 2018 mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Trägergemeinschaft „Donautalprojekt zwischen Neustadt und Weltenburg“ gefallen. Die Trägergemeinschaft besteht aus dem Landkreis, den Städten Kelheim und Neustadt, der Wildland-Stiftung Bayern und dem federführenden Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. Zum Projekt gehört auch eine Projektbegleitende Arbeitsgruppe (PAG) bestehend aus der Regierung von Niederbayern (Höhere Naturschutzbehörde), der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, dem Wasserwirtschaftsamt Landshut, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg, dem Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern, der Fachberatung für Fischerei Bezirk Niederbayern, dem Kreisverband Kelheim des Bayerischen Bauernverbands, dem Kreisfischereiverein Kelheim, den Neustädter Fischerfreunden, dem Kreisjagdverband Kelheim, dem Bund Naturschutz Kreisverband Kelheim und der Kreisgruppe Kelheim des Landesbunds für Vogelschutz.

Am 24. September 2019 tagten beide Gremien im Landratsamt Kelheim. Der VöF-Vorsitzende Landrat Martin Neumeyer verwies in seiner Begrüßung auf die gute und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten und die durchweg positive Resonanz des Projekts in der Bevölkerung, die man auch brauche. Schließlich sei ein Kernpunkt des von 2019 bis 2023 laufenden Projekts, dass Maßnahmen ausschließlich auf freiwilliger Basis durchgeführt werden.

Im Rahmen des Projekts werden verschiedene Maßnahmen in der Aue und an den Leiten umgesetzt. In den zurückliegenden Monaten hat der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e. V. über 2.000 Grundstücke von rund 800 Eigentümern im 1.600 Hektar großen Projektgebiet einzeln aufwendig bewertet und damit das Verkaufs-, Verpachtungs- und Tauschinteresse der Eigentümer abgefragt. Projektleiter Andreas Frahsek vom VöF berichtet, dass aktuell rund 70 Hektar Äcker, Wiesen und Wald erworben werden können, zusätzlich besteht Verpachtungsinteresse für über 70 Hektar und Tauschinteresse für über 80 Hektar. „Speziell das hohe Verkaufsinteresse der Privateigentümer haben wir aufgrund der allgemeinen Flächenknappheit und Niedrigzinsphase so nicht erwartet“, konstatierte Frahsek. Aufgrund dieser Zahlen waren sich die Anwesenden einig, dass ein Flurneuordnungsverfahren in Betracht gezogen werden könne. Thomas Obster vom BBV-Kreisverband Kelheim und Michael Kreiner als stellvertretender Behördenleiter vom zuständigen Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern signalisierten ihre Bereitschaft dazu und verwiesen auf die guten Erfahrungen zum Beispiel im Labertal- und Forstmoosprojekt. Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann und Neustadts Bürgermeister Thomas Reimer werden mit ihren Kommunen ebenfalls in die Flächensicherung investieren.

Die Wildlandstiftung Bayern regte an, der Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel. durch naturschutzfachliche und wasserwirtschaftsbezogene Führungen ein besonderes Augenmerk zu widmen. Ferner regte sie an, Umweltminister Thorsten Glauber zu einem Besuch im Projektgebiet einzuladen. „Als nächste Schritte werden die Verkaufs-, Verpachtungs- und Tauschinteressierten Eigentümer über das weitere Vorgehen informiert und die ersten Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt“, so Klaus Amann, Geschäftsführer des LPV VöF.


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