27.06.2019, 12:24 Uhr

Wichtige und notwendige Maßnahmen Landschaftspflegeverband VöF erhält Auszeichnung für Erosionsschutzprojekt „boden:ständig“

Prof. Dr. Karl-Heinz Thiemann (Vorsitzender), Klaus Blümlhuber (Geschäftsführer), Joachim Omert (Laudator). (Foto: VöF)Prof. Dr. Karl-Heinz Thiemann (Vorsitzender), Klaus Blümlhuber (Geschäftsführer), Joachim Omert (Laudator). (Foto: VöF)

Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der 40. Jahrestagung Anfang Juni in Rendsburg durch den Vorsitzenden Professor Dr. Karl-Heinz Thiemann. Geschäftsführer Klaus Blümlhuber nahm den Förderpreis entgegen.

KELHEIM „Mit dem Preis sollen Ihre vielfältigen und überaus erfolgreichen Aktivitäten zur Projektbegleitung in der Initiative ‚boden:ständig‘ ausgezeichnet werden. ‚boden:ständig‘ entsteht aus den Akteuren heraus und wird von Ihnen getragen. In diesem Kontext ist es Ihnen überaus erfolgreich gelungen, ein Miteinander von Gemeinden und Bürgern sowie von Landwirten und anderen Landnutzern mit dem Naturschutz und der Wasserwirtschaft aufzubauen, um Maßnahmen zur Wasserrückhaltung und zum Bodenschutz zu entwickeln und ihre effiziente Umsetzung zu unterstützen. Eine sehr wichtige Rolle spielt dabei auch Ihre erfolgreiche Arbeit zur Motivation, Mediation und Koordination. Nach der Devise ‚Das Machbare jetzt tun‘ überzeugt Ihr pragmatischer Ansatz, um in der absehbaren Zeit eine tatsächliche Entlastung durch Maßnahmen der dezentralen Wasserrückhaltung in der Fläche und des Erosionsschutzes zu erreichen. Dies kann Vorbild für die partizipative Projektbegleitung nicht nur innerhalb der Initiative ‚boden:ständig‘ sein.“, so Auszüge aus der Würdigung der Deutschen Landeskulturgesellschaft.

„Wir freuen uns natürlich sehr über den Preis dieser renommierten Organisation, ist er doch für uns ein anerkennendes Zeichen und auch Motivation die schwierige Zukunftsaufgabe des Boden- und Gewässerschutzes mit praxisnahen Planungen und konkreten Umsetzungsmaßnahmen anzugehen - und das immer gemeinsam mit den Landwirten vor Ort. Die Auszeichnung zeigt uns: Wir sind auf dem richten Weg, aber wir stehen bei der dezentralen Wasserrückhaltung und dem Bodenschutz noch am Anfang“, so Landrat Martin Neumeyer, Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes VöF Kelheim e. V.

Auch Michael Kreiner, zuständiger Abteilungsleiter im Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern, zeigte sich sehr erfreut über die bundesweite Würdigung der Erosionsschutzprojekte im Landkreis Kelheim. „Die Initiative ‚boden:ständig‘ gehört zu unseren wichtigsten Instrumenten, um praktischen Erosionsschutz in der Fläche durchzuführen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt mit unserer Verwaltung mit Nachdruck diese wichtigen und notwendigen Maßnahmen. Der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. ist dabei unser wichtigster Partner vor Ort im Landkreis Kelheim, um aus den theoretischen Ansätzen auch tatsächlich praktische Schutzmaßnahmen auf den Acker- und Grünlandflächen umzusetzen. Auch von unser Seite ein herzlicher Dank an den VöF für die beispielhafte und engagierte Arbeit“.

Was steckt hinter „boden:ständig“?

Ausgangpunkt für die Erosions- und Bodenschutzmaßnahmen ist keine abstrakte Gefährdungsanalyse, sondern eingetretene Schäden, die den Handlungsbedarf zeigen. Dabei sind die Ängste ernst zu nehmen: Bei entsprechenden Schäden wird auch ein statistisch extrem seltenes Ereignis als jederzeit wieder drohende Gefahr und eine vergleichsweise geringe Niederschlagsmenge als gewaltiges Ereignis wahrgenommen. Es ist eine Aufgabe der „boden:ständig“-Projektbetreuung, die Diskussion stets auf die auf drei Säulen basierende Handlungsstrategie zu konzentrieren: Produktionstechnische Maßnahmen (zum Beispiel Zwischenfruchtanbau), landschaftsgestaltende Maßnahmen (zum Beispiel Pufferstreifen) und gewässerbezogene Maßnahmen (zum Beispiel Bachauenentwicklung).

Am schnellsten handeln können dabei Landwirte, indem sie beispielweise den Zwischenfruchtanbau verbessern, Ackergras anbauen, Fruchtfolgen miteinander abstimmen und Erosionsschutzstreifen oder begrünte Abflussmulden anlegen.

Längeren Vorlauf haben übergreifende Maßnahmen der Gemeinden oder der Ländlichen Entwicklung: Wegdämme für den Wasserrückhalt, Rückhaltebecken und andere abflussbremsende Strukturen, Umgestaltung von Gräben und Verrohrungen usw. Auch hier ist die Zusammenarbeit der Akteure unabdingbar: Schafft etwa eine Gemeinde durch Ausbau eines Weges oberhalb einen Rückhalteraum für Starkregen, muss der Landwirt zustimmen, dass sein Grund in solchen Fällen überstaut wird. Privatrechtliche Entschädigungvereinbarungen zwischen Gemeinde und Landwirt haben sich dabei sehr gut bewährt. Alle „boden:ständig“ Maßnahmen sind konsensorientiert und freiwillig.

Der Landschaftspflegeverband VöF ist für dieses konsensorientierte Handeln im Landkreis Kelheim etabliert, da satzungsgemäß in der Vorstandschaft Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik paritätisch vertreten sind. Die anerkannte Neutralität und Professionalität der Arbeit sind wichtige Voraussetzung in der Umsetzungsarbeit.


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