15.04.2019, 19:04 Uhr

Verpackungsmüll Ausstellung zum Welttag der Hauswirtschaft – nachhaltig handeln im Haushalt

Frau Herrmann (AELF Abensberg) überprüft mit Schülern vom Donaugymnasium Kelheim, ob der Müll richtig sortiert wurde. (Foto: Beate Peter, AELF)Frau Herrmann (AELF Abensberg) überprüft mit Schülern vom Donaugymnasium Kelheim, ob der Müll richtig sortiert wurde. (Foto: Beate Peter, AELF)

Anlässlich des Welttages der Hauswirtschaft griff das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg das Thema „Verpackungsmüll – nachhaltig handeln“ auf. An der Wittelsbacher Mittelschule und am Donaugymnasium in Kelheim wurde eine Ausstellung gezeigt, die das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft in Triesdorf zusammengestellt hat.

ABENSBERG An jeweils zwei Vormittagen arbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler durch sechs Stationen mit Informationen und Mitmachaktionen rund um Verpackungen. Ein Fragebogen zu den Inhalten forderte sie zu konzentriertem Arbeiten heraus.

Sage und schreibe 220 kg Verpackung verbraucht jede Person in Deutschland im Schnitt pro Jahr. Schon das sorgte für einen Aha-Effekt bei den Schülern. „So viel?“ meinten einige erstaunt. Nach einem Überblick über die Fülle an verschiedenen Arten und Materialien von Verpackung fanden die Schüler bei der zweiten Station an Hand von Eiern heraus, dass manche Verpackung durchaus Sinn macht. Die Eierschachtel zum Beispielschützt die Eier, sie erleichtert einen sicheren Transport und Lagerung und sie informiert zum Beispiel über die Haltungsform, die Ei-Größe und den Erzeugerbetrieb.

Dass Verpackung Probleme in der Umwelt verursacht und der eigenen Gesundheit schaden kann, war einigen Schülern bekannt. Dabei ist aber auch zu bedenken, dass wertvolle Rohstoffe verbraucht werden und die Gesundheit der Menschen gefährdet wird. Die Frage aber, ob eine Pfandflasche grundsätzlich eine Mehrwegflasche ist, war meist nicht leicht zu beantworten; die Einwegflasche ist auch eine Pfandflasche. Und die Umweltbilanz von Mineralwasser in der Glas-Mehrwegflasche ist nur dann besser, wenn das Wasser aus der Region stammt. Einweg aber ist immer die schlechteste Wahl, das nahmen alle Schüler mit.

Wer Gesundheit, Umwelt und Ressourcen schonen will, muss konsequent Verpackung vermeiden. Deshalb suchten die Schüler an der dritten Station nach Möglichkeiten, wie und wo sie zuhause Verpackungsmüll vermeiden können, wie zum Bispiel Einkaufskorb/-tasche statt Plastiktüte, wiederverwendbares Frischenetz für Obst und Gemüse statt Plastiktüte, Einkauf beim örtlichen Handel statt im Internet zu bestellen, Mehrweg- statt Einwegprodukte wie zum Beispiel die Pausenbrotbox, wiederbefüllbare Becher, und Nachfüllpackungen usw. Bei Verpackungen, die man nicht vermeiden kann, ist zu überlegen, ob sie im Haushalt weiter verwendet werden können, zum Beispiel das Konservenglas für selbstgemachte Fruchtaufstriche, Schachteln zum Aufbewahren verschiedener Dinge und Metall-/Kunststoffdosen für die selbstgebackenen Plätzchen.

Nur wenige Verpackungen können im Haushalt weiter verwendet werden. Deshalb müssen sie umweltgerecht entsorgt werden. An der Müll-Trenn-Station sortierten die Schüler Verpackungsmüll in den gelben Sack, die Papiertonne, die Restmülltonne und in den Glascontainer. Neu war den Schülern, dass nur Verpackungsglas in die Glascontainer geworfen werden darf. Trinkgläser, Glasgeschirr, Fensterglas etc. sind über die Restmülltonne zu entsorgen. Blaues Verpackungsglas gehört in den Grünglas-Container. Auch in den gelben Sack gehören nur Verpackungsmaterialien aus Kunststoff, Metallen und Verbundstoffen. Plastikspielzeug, kaputte Schüsseln und Eimer müssen über die Restmülltonne entsorgt werden. Die Schüler lernten beim Sortieren, alle Getränkeflaschen aus Kunststoff und Getränkedosen genau anzuschauen; denn es könnte sich um Pfandflaschen und -dosen handeln, die immerhin einen Wert von bis zu 25 ct haben. Bei Zweifeln und bei stark verschmutzten Materialien ist die Restmülltonne die bessere Wahl. Fehleinwürfe führen nämlich dazu, dass das Recycling erschwert oder gar verhindert wird.

An der fünfstufigen Abfallhierarchie mussten die Schüler nochmal überlegen, was der Haushalt machen kann und zwar in dieser Reihenfolge: 1. vermeiden, 2. wieder verwenden und 3. richtig trennen. Dann geht der Verpackungsmüll über zu Entsorgungsunternehmen und Müllsortieranlagen, die Verpackungsmüll dem Recycling zuführen. Nicht Verwertbares wird in Müllverbrennungsanlagen mit Schadstofffiltern möglichst wenig umweltbelastend verbrannt und dabei Energie gewonnen. Überreste aus der Verbrennung werden möglichst sicher in Mülldeponien gelagert. Auf keinen Fall darf Abfall selbst verbrannt oder einfach in die Natur geworfen werden.

Die nachdenklich gewordenen Schülerinnen und Schüler nahmen am Ende mit, dass jeder Einzelne sich im eigenen Haushalt für die Umwelt einsetzen kann. Viele kleine Beiträge und bewusstes Handeln von Millionen Haushalten zeigen in der Gesamtheit große Wirkung. Auch die Lehrer äußerten sich sehr positiv über den Inhalt und die Aufbereitung der Ausstellung, weil Umwelt- und Ressourcenschutz lebenspraktisch und anschaulich vermittelt wurden.


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