31.01.2019, 21:09 Uhr

Lange Fahrzeiten „Tiertransporte in EU-Drittstaaten sind Tierquälerei“

(Foto: kukushka/123RF)(Foto: kukushka/123RF)

Unterstützung bekommt die Veterinärin im Landratsamt Landshut, die einen Kuhtransport nach Usbekistan verhindert hat, auch von Rosi Steinberger, Landtagsabgeordnete der Grünen.

LANDKREIS KELHEIM „Der Transport ist für viele Tiere einfach nur eine Qual. Enge, Hitze, Erschöpfung, all das müssen die Tiere, unter ihnen auch trächtige Rinder, tagelang ertragen,“ so Steinberger. Die Anzahl der Transporte von Rindern in außereuropäische Drittländer hat seit 2013 stark zugenommen – verdreifacht in den Libanon, verzehnfacht in die Türkei und nach Russland. Auch die Transportdauer ist ausnahmslos gestiegen, bei Transporten in die Türkei auf fast 70 Stunden.

Zwar gelten auch für Transporte in außereuropäische Drittländer die EU-Tierschutzrichtlinien, doch ist eine wirksame Kontrolle und Überwachung außerhalb der EU schier unmöglich. Schon im Januar 2018 hatte die Bundestagsfraktion der Grünen ein Moratorium für Lebendtransporte von Schlacht- und Zuchttieren in Drittländer beantragt, bis die Einhaltung der einschlägigen europäischen Richtlinien auch für diese Transporte gewährleistet ist. Zudem sollte die Transportdauer im Inland auf maximal vier und ins EU-Ausland auf acht Stunden begrenzt werden.

EU-weit werden rund vier Millionen Tiere aus Europa zu Schlacht- und Zuchtzwecken in Drittländer exportiert. 2017 waren es etwa 60000 Zuchttiere aus Deutschland. Doch auch diese Tiere landen nach dem anstrengenden Transport schnell in den Schlachthöfen. Die Zustände dort sind oft erschreckend.

In einer schriftlichen Anfrage will die Landtagsabgeordnete nun wissen, wie viele Tiere aus Bayern seit dem Jahr 2000 in Drittländer exportiert wurden, welchen Handlungsspielraum die Veterinärämter bei der Erteilung der Genehmigungen haben und was die Landesregierung zur Umsetzung besserer Kontrollen tun wird. „Wenn möglich, sollte die Staatsregierung ein Verbot derartiger Transporte erlassen,“ fordert Steinberger. „Diese Quälerei muss endlich beendet werden!“


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