18.05.2018, 18:31 Uhr

Mutterkuhhaltung Rinderbeweidung am Gleislhofberg in Riedenburg startet in die dritte Saison

Die kleine Rotviehherde grast wieder auf den Weiden am Gleislhofberg. (Foto: Graml)Die kleine Rotviehherde grast wieder auf den Weiden am Gleislhofberg. (Foto: Graml)

Seit vergangenem Wochenende grast wieder eine kleine Rotviehherde auf den Weiden am Gleislhofberg. Nach den aktuellen Niederschlägen sprießen nun Gräser und Kräuter. Die richtige Zeit also, dass die Rinder von der Familie Graml von Kallmünz auf die Sommerweiden nach Riedenburg umziehen.

RIEDENBURG Der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e. V. hatte im Rahmen des Altmühlleitenprojektes in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde und den Fachberatern für extensive Rinderhaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schwandorf die Idee entwickelt, die alte Nutzungsform der Rinderbeweidung im Altmühltal wieder aufleben zu lassen.

Die Familie Graml vom Rotviehhof am Jurasteig hält mit dem sogenannten Roten Höhenvieh eine seltene Rasse, die ursprünglich bis auf die Kelten zurückgeht. Die Tiere sind von kastanienbrauner Farbe und prädestiniert für die natürlichste Haltungsform, die Mutterkuhhaltung. Dabei kommt die Milch der Kühe ausschließlich den Kälbern zugute.

Aktuell stehen gut acht Hektar Weiden zur Verfügung, die in drei Weidekomplexe unterteilt sind. Hauptaspekt der Rinderbeweidung ist die extensive Pflege der überwiegend mageren, artenreichen Wiesen am Gleislhofberg. Weil die Böden ziemlich flachgründig und von sich aus wenig ertragreich sind, ist die Beweidung eine ideale Nutzungsform. Dabei bestimmt allein die Menge an krautigem Aufwuchs die Anzahl der Rinder, denn Zufütterung ist tabu. So wird eine für Flora und Fauna ideale Beweidungsdichte gewährleistet. Neben vielen seltenen Tieren profitieren davon auch gefährdete Pflanzenarten, wie beispielsweise die Orchidee Bienenragwurz.

In den kommenden Monaten wird die kleine Rotviehherde nicht nur ihren Dienst als tierischer Landschaftspfleger leisten, sondern auch für die vielen Spaziergänger den Gleislhofberg bereichern. Mit ihrer stoischen Geruhsamkeit werden die Tiere vielleicht manch einen zum Verweilen einladen und die Hektik des Alltags für einen Moment vergessen lassen.


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