17.10.2019, 16:42 Uhr

Erhöhte Wachsamkeit ist geboten! Hasenpest nun auch im Landkreis Erding

Die Hasenpest ist auf dem Vormarsch und nun auch im Landkreis Erding nachgewiesen worden. (Foto: Radoczy Arpad/123rf.com)Die Hasenpest ist auf dem Vormarsch und nun auch im Landkreis Erding nachgewiesen worden. (Foto: Radoczy Arpad/123rf.com)

Menschen können sich ebenfalls anstecken

LANDKREIS Wie das Landratsamt mitteilt, ist auch im Landkreis Erding der erste bestätigte Fall der sogenannten Hasenpest (Tularämie) aufgetreten. Es handelt sich dabei um eine meldepflichtige Tierkrankheit. Das Landratsamt rät daher zu erhöhter Vorsicht, insbesondere bei Waldspaziergängen mit Hund.

Bei milden Formen treten bei den Tieren lokale Lymphknotenschwellungen auf. Besonders bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren sind jedoch seuchenhafte Verläufe mit hoher Sterblichkeit bekannt. Betroffene Tiere magern ab, zeigen struppiges Fell, schwankenden Gang und werden apathisch. Aufgrund von Entkräftung können sie ihre natürliche Scheu verlieren.

Hunde wie auch Menschen sind zwar keine Hauptwirte, können aber ebenso an der Tularämie schwer erkranken. Deshalb ist es sinnvoll, in Gebieten, in denen Tularämiefälle amtlich nachgewiesen sind, zur Vermeidung von ungeschütztem Kontakt zu Kadavern von Wildtieren Hunde an der Leine zu führen.

Menschen infizieren sich vor allem bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen bzw. beim Umgang mit Kadavern, vor allem beim Enthäuten und Ausnehmen von erlegtem Wild. Die Tularämie des Menschen ist daher in erster Linie eine Berufskrankheit von Jägern, aber auch von Köchen, Metzgern und Tierärzten. Eine Infektion ist auch über unzureichend erhitzte Nahrungsmittel oder kontaminiertes Wasser möglich. Der Mensch ist für den Erreger sehr empfänglich. Für eine Infektion über Mund, Nase, Lidbindehaut oder kleine Haut- und Schleimhautverletzungen sind nur wenige Keime notwendig. Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbrechen der Krankheit) wird mit drei bis zehn Tagen angegeben. Die Krankheit beginnt mit unspezifischen, grippeartigen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattheit. Die regionären Lymphknoten schwellen stark an und vereitern. Innere Organe können beteiligt sein (z. B. Lungenentzündung). Eine erfolgreiche Behandlung ist besonders bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gut möglich.

Folgende Hinweise gilt es daher zu beachten:

■ Vermeidung von ungeschütztem Kontakt zu Wildtieren, insbesondere bei offensichtlichen kranken Tieren

■ Vermeidung von ungeschütztem Kontakt zu Kadavern von Wildtieren

■ Einhalten der Arbeitshygiene beim Umgang mit erkrankten oder toten Wildtieren

■ Einhalten der Arbeits- und Küchenhygiene beim Umgang mit Wildbret während der Vorbereitung (Enthäuten, Ausnehmen) und der Zubereitung

■ Wildgerichte nur gut durchgegart verzehren


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