20.02.2020, 11:59 Uhr

Vortrag Wiesenbrüter im Sinkflug

 Foto: Verena Rupprecht Foto: Verena Rupprecht

Viele der Art sind vom Aussterben bedroht.

Deggendorf. Kürzlich berichtete die Gebietsbetreuerin für Wiesenbrüter im Donautal, Verena Rupprecht, im Rahmen des Vortragsprogramms der LBV-Kreisgruppe Deggendorf im Landgasthof Zwickl in Seebach über die aktuelle Situation der Wiesenbrüter in Bayern mit Schwerpunkt auf den Brachvögel und Kiebitze im westlichen Landkreis Deggendorf. Circa 30 interessierte Zuhörer der LBV-Kreisgruppe diskutierten anschließend ausführlich über mögliche Rückgangsursachen und Maßnahmen im Wiesenbrüterschutz.

Eingangs zeigte Rupprecht auf, dass mittlerweile sechs von acht unserer heimischen Wiesenbrüter in Bayern auf der Roten Liste 1 und somit kurz vorm Aussterben in unserer Heimat stehen. Besonders deutlich werde der Rückgang beim einstigen Allerweltsvogel Kiebitz, ein früher ganz typischer Vogel der Agrarlandschaft. Deutschlandweite Untersuchungen belegen einen Rückgang von 88 Prozent allein in den letzten 27 Jahren.

Für den gleichen Zeitraum konnte Rupprecht auch für unseren Donauraum massive Bestandseinbrüche aufzeigen. So brüteten 1992 noch 106 Brachvogelpaare zwischen Regensburg und Deggendorf, im letzten Jahr waren es mit 45 Brutpaaren weniger als die Hälfte. Die Ursachen für diesen Rückgang sind Vielfältig, neben Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen und Siedlungen und Veränderungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung haben auch der erhöhte Druck durch Fressfeinde oder Störungen durch freilaufende Hunde und Erholungssuchende in der brutsensiblen Zeit massive Auswirkungen auf diese Arten.

Grundlegend für den Schutz dieser seltenen Vögel sei die Identifizierung der Brutgebiete und der Schutz der Neststandorte und Jungvögel durch effektive Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Jägerschaft und Naturschutz. Dies könne durch Förderprogramme wie dem Vertragsnaturschutz gelingen, die spätere Mahdzeitpunkte fördern und so den Wiesenbrütern genug Zeit für ihre Brut in der Wiese geben. Aber auch das einfache Markieren von Nestern durch die Gebietsbetreuerin und andere Vogelbeobachter und die anschließende Absprache mit den Landwirten würde helfen, den Wiesenbrütern ihre Eier erfolgreich auszubrüten. Um auch die Küken in diesem Jahr vor Fressfeinden wie Fuchs oder Marder zu schützen, soll in zwei Wiesenbrütergebieten im westlichen Landkreis ein Elektro-Schutzzaun errichtet werden.

Zum Ende appellierte Rupprecht an die anwesenden Vogelkundler ihre Sichtungen von brütenden Kiebitzen und Brachvögeln zu melden und warb um Unterstützung beim Auf- und Abbau der Elektrozäune Ende März und Anfang April.

Wer brütende Wiesenbrüter entdeckt, gerne bei den Schutzprojekten mitwirken möchte oder selbst Flächen bewirtschaftet, auf denen Wiesenbrüter unterwegs sind, kann sich unter der 0162/4199205 oder verena.rupprecht@lbv.de an die Gebietsbetreuerin wenden.


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