01.02.2019, 11:20 Uhr

Achtung Schneelast auf Dächern nähert sich dem kritischen Bereich

Grundsätzlich ist der jeweilige Eigentümer dazu selbst verpflichtet, sein Dach von den Schneelasten zu befreien. (Foto: 123rf.com)Grundsätzlich ist der jeweilige Eigentümer dazu selbst verpflichtet, sein Dach von den Schneelasten zu befreien. (Foto: 123rf.com)

Hilfsorganisationen betonen, sie seien nicht für Privatdächer zuständig.

LANDKREIS REGEN Da werden Erinnerungen an den Katastrophenwinter 2006 wach! Schon jetzt ist in einigen Bereichen die Schneelast auf den Dächern kritisch. Bei weiteren Schneefällen könnte es gefährlich werden.

Im Landratsamt Regen traf sich kürzlich ein Katastrophenstab, um die aktuelle Lage nach den enormen Schneefällen zu diskutieren. „Von einer Katastrophe waren wir weit entfernt“, findet Landrätin Rita Röhrl mit Blick auf die Schneefälle und die zahlreichen Einsätze der Not- und Rettungskräfte.

Kreisbrandrat Hermann Keilhofer stimmte dem zu. Er berichtete von 351 Einsätzen der Feuerwehren in der Zeit von 8. bis 13. Januar. Rund 900 Einsatzkräfte haben über 4000 Stunden ehrenamtlich gearbeitet. Der Schwerpunkt der Einsätze lag demnach in den Bereichen Arnbruck, Bayerisch Eisenstein, Bischofsmais, Bodenmais, Drachselsried, Kirchberg, Kollnburg und Lindberg. „Das Ziel war eine Katastrophe abzuwenden“, sagte Keilhofer. Das sei gelungen.

Es wurde aber auch Kritik laut, etwa das schlechte Ausschneiden der Straßen. Keilhofer betonte aber: „Die Last war eine besondere.“ In Sachen Straßensperrungen müsse man sich aber künftig besser mit den Nachbarlandkreisen absprechen. Und auch die interne Kommunikation sollte weiter verbessert werden.

Es ging bei der Stabsbesprechung aber auch noch um ein Thema, das gefährlich zu werden droht: „In einigen Bereichen des Landkreises ist die Schneelast auf den Dächern jetzt schon hoch“, mahnt Keilhofer. In der Region Bodenmais beispielsweise wurden Schneelasten von bis zu 190 Kilogramm je Quadratmeter gemessen.

Da der Winter noch lange nicht vorbei ist und weitere Schneefälle vorhergesagt werden, könnte es also durchaus kritisch werden. Die Hilfsorganisationen betonen aber, sie seien nicht für’s Abschaufeln von Privatdächern zuständig. „Dafür gibt es Privatunternehmen“, stellte Juristin Dr. Duarte Fernandes fest. Sie verwies auf die Homepage des Landkreises, auf der eine Liste mit Firmen zu finden ist, die einen Räumdienst anbieten: www.landkreis-regen.de/tipps-fuer-hausbesitzer-zur-schneelast. Selbst in einem Katastrophenfall seien die Einsatzkräfte gesetzlich nur dazu verpflichtet, die Dächer öffentlicher Gebäude zu räumen.


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